Pandemie

Geisel zu Partys trotz Corona: Bewusstsein muss sich ändern

Trotz schärferen Corona-Regeln finden in Berlin illegale Partys statt. Andreas Geisel: Die Feierszene sei "wirklich besorgniserregend".

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Illegale Partys trotz steigender Corona-Fallzahlen beschäftigen laut Berlins Innensenator am Dienstag den Senat. Die Feierszene vor allem in der Mitte der Stadt sei "wirklich besorgniserregend", sagte der SPD-Politiker Andreas Geisel am Montag im RBB-Sender Radioeins. Seit Donnerstag habe die Polizei dort jeden Abend drei Parks von mehreren Hundert "Feierwütigen" geräumt. "Da müssen wir entsprechend dagegen vorgehen", sagte Geisel. Das werde am Dienstag im Senat beraten. Ein Alkoholverbot ab 23.00 Uhr sei eine von vielen Möglichkeiten, auch über Sperrstunden könne man reden.

Geisel machte allerdings deutlich, dass er vor allem einen Bewusstseinswandel der Menschen für nötig hält. "Immer nur nach Strafen zu rufen und zu glauben, wir könnten in einer 3,7-Millionen-Einwohner-Stadt neben jeden Feiernden einen Polizisten stellen, ist eben auch ein Irrtum", sagte der SPD-Politiker. Er erinnerte daran, dass die Berliner die Einhaltung der Regeln im Frühjahr gut hinbekommen hätten - "ich glaube, wenn wir diese Disziplin wieder zeigen, dann werden wir die Situation wieder bewältigen".

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Andreas Geisel: Polizei und Ordnungsämter arbeiteten "am Limit"

Polizei und Ordnungsämter arbeiteten "am Limit" und seien präsent, betonte Geisel. Es werde kontrolliert. Angesichts der Vielzahl an Restaurants beispielsweise könne es sich bei den Kontrollen aber natürlich immer nur um Stichproben handeln. Es helfe nicht, "immer Strafe auf Strafe zu türmen" oder dies anzudrohen, "wenn die Menschen nicht reagieren". "Wenn wir alle verstehen, dass es ernst ist und uns entsprechend verhalten, dann haben wir die Situation auch weiterhin im Griff." Jeder Einzelne könne die Situation beeinflussen.

Schleswig-Holstein weist wegen der hohen Zahl von Neuinfektionen inzwischen vier Bezirke als Risikogebiete aus: Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. Für Urlauber oder Urlaubsrückkehrer hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen.

Seit Samstag gelten in Berlin bereits neue Beschränkungen, die der Senat am vergangenen Dienstag beschlossen hatte. Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.