Politik

Spandaus SPD-Bürgermeisterkandidat zieht zurück

Ex-Schulleiter Henning Rußbült aus Falkensee kann wegen gesundheitlicher Probleme nach einer Corona-Infektion nicht für die Partei antreten.

Will doch nicht für die SPD Spandaus Bürgermeister werden: Henning Rußbült

Will doch nicht für die SPD Spandaus Bürgermeister werden: Henning Rußbült

Foto: Joachim Fahrun

Es ist ein herber Rückschlag für den designierten SPD-Landeschef Raed Saleh und seine Spandauer Sozialdemokraten. Der erst vor drei Wochen als Bürgermeisterkandidat vorgestellte Henning Rußbült hat Saleh und dem amtierenden Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank als Bewerber um dessen Nachfolge abgesagt. „Mit großem Bedauern muss ich konstatieren, dass ich aufgrund gewichtiger Gründe die Kandidatur als Bezirksbürgermeister für die Spandauer SPD nicht antreten kann“, erklärte der frühere Leiter des Hans Carossa Gymnasiums in Kladow.

Er leide an gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Folge einer wahrscheinlichen Corona-Infektion. Diese hat er sich offenbar in der Frühzeit der Pandemie zugezogen. Mit den Zusatzbelastungen durch den beginnenden Wahlkampf sind diese gesundheitlichen Probleme offenbar stärker zutage getreten. Der Bewerber hatte sich bereits in einigen SPD-Abteilungen vorgestellt und war auch für das Amt nominiert worden.

Henning Rußbült wurde als Quereinsteiger präsentiert

Rußbült war Mitte September von Saleh und Kleebank überraschend als Quereinsteiger präsentiert worden. Kleebank bewirbt sich nach zehn Jahren im Bezirk als Bundestagskandidat. Das SPD-Mandat ist vakant, weil der langjährige Spandauer Abgeordnete Swen Schulz aufhört. Wie Kleebank war auch Rußbült Schulleiter. Derzeit ist er Leiter der Spandauer Schulaufsicht. In die SPD ist er erst vor wenigen Monaten eingetreten. Sein Fall war zudem besonders, weil erstmals ein Bürgermeister-Kandidat mit Wohnsitz in Brandenburg aufgestellt wurde. Der studierte Sport- und Geografielehrer wohnt seit Jahren in Falkensee, hat aber immer in Spandau gearbeitet. Er sollte deswegen nicht auf die offizielle SPD-Liste für die Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV), sondern später in der BVV als Bürgermeister zur Wahl gestellt werden.

Der Kreisvorsitzende Raed Saleh war davon ausgegangen, mit einem pragmatischen, in der Verwaltung bewährten und bei vielen Menschen im Bezirk bekannten Kandidaten Stimmen für die SPD einsammeln zu können. Nun muss er einen neuen Kandidaten suchen. Noch gibt es keine Hinweise, wer das sein könnte.

Martin Hikel schlägt Wahl zum Kreisvorsitzenden aus

Der Verzicht des Bürgermeister-Kandidaten in Salehs Heimatbezirk ist nicht der einzige Rückschlag für das künftige SPD-Führungsduo Saleh und Franziska Giffey. Ausgerechnet im Heimatbezirk der Bundesfamilienministerin verliefen die Vorstandswahlen nicht so wie von den am 31. Oktober zur Wahl stehenden designierten Parteivorsitzenden erhofft. Bezirksbürgermeister Martin Hikel, ein enger Vertrauter seiner Amtsvorgängerin Giffey, hat die Wahl zum Kreisvorsitzenden ausgeschlagen. Denn die Kreisdelegierten stimmten nicht für seine Wunschpartnerin Katrin Stoye, sondern mit knapper Mehrheit für die als Parteilinke geltende Vorsitzende der BVV-Fraktion Mirjam Blumenthal.

Daraufhin verzichtete Hikel darauf, mit ihr eine Doppelspitze zu bilden. In der Neuköllner SPD gab es daraufhin einige Unruhe. Im November soll nun ein anderer Mann als Partner für Blumenthal gewählt werden. Die neue Kreischefin versicherte, sie werde Franziska Giffey dabei unterstützen, Regierende Bürgermeisterin zu werden und Martin Hikel helfen, den Bezirksbürgermeisterposten zu verteidigen.