Corona-Pandemie

Mehr als 30 Infizierte nach Hochzeitsfeier in Berlin

Hunderte feierten vergangene Woche in einem Tempelhofer Festsaal. Nun sind viele infiziert - der größte Ausbruch seit Wochen.

Corona-Test-Sets wie dieses kommen oft nach privaten Feiern zum Einsatz.

Corona-Test-Sets wie dieses kommen oft nach privaten Feiern zum Einsatz.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin.  Eine Hochzeitsfeier in einem Tempelhofer Festsaal hat zu einem der größten einzelnen Ausbrüche des Coronavirus in Berlin seit mehreren Wochen geführt. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung feierten am 21. September mehrere Hundert Menschen gemeinsam. Im Ergebnis haben sich rund 30 Personen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Angaben sind nicht ganz klar, die Zahl schwankt zwischen 31 und 33 Infizierten. Nach den Worten eines Sprechers der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) werden viele der Neu-Infizierten vom Gesundheitsamt Neukölln kontaktiert, weil sie in diesem Bezirk wohnen.

Corona in Berlin: Zuletzt gab es keine größeren Ausbrüche

Zuletzt waren solche großen Corona-Ausbrüche in Berlin nicht mehr festgestellt worden. Das Infektionsgeschehen fand weniger während einzelner Ereignisse statt, sondern eher schleichend in vielen Lebensbereichen. In den vergangenen vier Wochen wurden unter der Quelle „Haushalt“ 135 Ausbrüche mit jeweils mehr als zwei angesteckten Personen registriert. Insgesamt waren nach einer Aufstellung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales 388 Menschen betroffen. Im Durchschnitt infizierten sich pro Ausbruch nur drei Personen. In der Kategorie „Freizeit“ gab es sieben Ausbrüche mit 79 Infizierten. Die mehr als 30 Fälle nach der Hochzeit sind also eine extrem hohe Zahl.

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Tempelhof-Schönebergs Gesundheitsstadtrat Oliver Schwork sagte, die Ämter hätten den Fall ordentlich abarbeiten und die Kontakte nachvollziehen können. „Es wurden Anwesenheitslisten geführt und es standen auch richtige Namen drauf“, sagte Schwork der Morgenpost. Die Veranstaltung sei auch in dieser Größe legal gewesen. Erst vergangenen Dienstag hat der Senat angesichts steigender Infektionszahlen die Teilnehmerzahlen von privaten Feiern auf 25 in geschlossenen Räumen und 50 unter freiem Himmel beschränkt.

Kinder schleppen das Virus in die Schulen: 900 Schüler in Neukölln in Quarantäne

Die Gesundheitsämter gerade in den Innenstadtbezirken werden durch solche Ereignisse vor besondere Herausforderungen gestellt. Denn Kinder und Jugendliche, die an solchen Feiern teilnehmen, gehen danach wieder in die Schulen. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke sagte, in seinem Bezirk seien inzwischen 900 Kinder aus 14 Schulen in Quarantäne, weil in ihren Klassen Schüler mit Covid-19 infiziert sind.

Das Gesundheitsamt teste dann die Mitschüler auf das Virus. In den vergangenen Wochen seien allein an Neuköllner Schulen 1000 Tests genommen worden. Ob man diesen Aufwand noch länger durchhalte, sei fraglich, so der Stadtrat. Man erwäge, darauf zu verzichten und die Kinder und Jugendlichen aus den betroffenen Klassen pauschal zwei Wochen nach Hause zu schicken. Darüber sei aber noch nicht entschieden.

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