Agrar

Arbeiten an festen Zäunen laufen: 46 Fälle von Schweinepest

Wieder werden neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg gemeldet. Die Arbeiten zum Bau eines festen Zaunes laufen. Etwa vier Kilometer stehen.

Mobiler Elektrozaun mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen - Kerngebiet".

Mobiler Elektrozaun mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen - Kerngebiet".

Foto: dpa

Potsdam. In Brandenburg wird nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest unvermindert nach Fallwild gesucht. Allein im Landkreis Spree-Neiße durchkämmten Bundeswehrsoldaten innerhalb eines Tages rund 300 Hektar, sagte Gabriel Hesse, Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, am Freitag auf Anfrage. 140 Soldaten sind nach den Angaben im Einsatz und suchen Kadaver.

Bisher wurden 46 infizierte Wildschweine in Brandenburg amtlich bestätigt - zuletzt wurden sechs Kadaver nach Angaben des Ministeriums innerhalb des bestehenden Kerngebiets im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) gefunden. Der erste Ausbruch beim Schwarzwild wurde am 10. September amtlich festgestellt. Nach neuesten Erkenntnissen sind bereits in der ersten Juli-Hälfte infizierte Tiere verendet. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich.

Die Aufstellung eines festen Zaunes zur Abwehr von Wildschweinen in Brandenburg läuft. Im Süden des Landkreises Spree-Neiße habe der Landesbetrieb Forst etwa drei bis vier Kilometer fertig, sagte Gabriel Hesse, Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, am Freitag auf Anfrage. Etwa sieben Kilometer fehlten in dem Bereich noch. Im Norden beginne der Landkreis Spree-Neiße dann zu Wochenbeginn an der Neiße mit dem restlichen Abschnitt und führe die Strecke dann bis zur Bundesautobahn A15. Dort sollen beide Bautrupps dann aufeinander treffen, sagte Hesse.

Zudem laufen nach seinen Angaben mit Hochdruck die Vorbereitungen für den geplanten festen Zaun um das erste Kerngebiet Sembten/Neuzelle. Die 5 Kilometer breite weiße Zone umschließe wie ein Halbkreis das Kerngebiet, hieß es. Wenn der Streifen gesichert sei, werden dort die Wildschweine geschossen.

Auch Sicht des Präsidenten des Landesbauernverbandes, Dirk-Henner Wellersdorf, hätten die Jäger bereits früher eingebunden werden sollen. "In den vergangenen Wochen seit Feststellung des ersten Falles hat sich bislang nicht viel geändert", sagte er.

Im Landkreis Oder-Spree dürfen in Einzelfällen unterdessen erste Landwirte auf ihre bislang wegen der Afrikanischen Schweinepest gesperrten Flächen. Dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises liegen bislang rund 350 Anträge auf Ausnahmen vom Bewirtschaftungsverbot land- und forstwirtschaftlicher Flächen vor, wie Mario Behnke, Sprecher des Landkreises Oder-Spree, auf Anfrage sagte.

Bisher seien einzelne Ausnahmen zugelassen worden, sagte er. Voraussetzung sei unter anderem das Absuchen der Fläche nach verendeten Wildschweinen durch den Landwirt oder einen Mitarbeiter. Für die Freigabe würden Ergebnisse der bisherigen Fallwildsuche, vor allem auch die Bilder von Drohnen genutzt. In der kommenden Woche wird nach Angaben von Behnke mit weiteren Genehmigungen gerechnet. Das Verbraucherschutzministerium hatte vergangenen Freitag angekündigt, dass die Beschränkungen für die Agrarbranche weniger werden sollen.