30 Jahre

Michael Müller: Deutsche Einheit bis heute ein großes Glück

Der Regierende Bürgermeister hat die Leistungen der vergangenen 30 Jahre gewürdigt - und plädiert in Corona-Zeiten für Zusammenhalt.

Der Tag der Deutschen Einheit

Mit dem Mauerfall 1998 und der Wiedervereinigung 1990 kam das Ende der DDR und die neuen Bundesländer traten der BRD bei. Seitdem ist der 3. Oktober der Nationalfeiertag der Deutschen Einheit.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Deutsche Einheit vor 30 Jahren als „großen Moment der Geschichte“ gewürdigt. „Viele empfinden es bis heute als großes Glück, und wir sind sehr dankbar dafür, dass wir das erleben durften“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer Debatte des Abgeordnetenhauses zum Jahrestag an diesem Samstag. „Es ist uns nicht alles gelungen, aber sehr vieles“, fügte er rückblickend auf die vergangenen drei Jahrzehnte hinzu.

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Es sei ein Geschenk, die Teilung Deutschlands und Berlins friedlich überwunden zu haben. Zu verdanken sei das den mutigen Männern und Frauen in Ostdeutschland, die 1989 trotz großer persönlicher Risiken auf die Straße gegangen seien und am Ende die Mauer zum Einsturz gebracht hätten. Der Weg zur Einheit danach, der nur 328 Tage gedauert habe, wäre wiederum ohne Unterstützung der westlichen Verbündeten und der Nachbarn im Osten nicht möglich gewesen, so Müller.

Michael Müller: "Berlin hat in seine Stärken investiert"

„Berlin hat in den letzten 30 Jahren in seine Stärken investiert und das hat sich ausgezahlt“, sagte er. „Berlin hat sich zu einer Kulturstadt und einer erfolgreichen Wissenschafts- und Forschungsmetropole entwickelt, die sich weltweit einen Namen gemacht hat.“

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„Wir sollten uns vielleicht auch öfter an unsere wechselvolle Geschichte erinnern, um dadurch noch stärker dieses Glück zu empfinden, dass wir seit 30 Jahren in einer ungeteilten Stadt der Freiheit leben“, fuhr er fort. Er appellierte an die Menschen, weiter auf „Zusammenhalt und Miteinander“ zu setzen, die Berlin und Deutschland in 30 Jahren so weit vorangebracht hätten.

Corona-Krise: Müller appelliert an den Zusammenhalt der Berliner

Trotz der Zumutungen in der Zeit nach dem Mauerfall mit einer Arbeitslosenquote von bis zu 20 Prozent seien die Berliner mit der Stadt immer solidarisch gewesen. Das zeige sich auch in der aktuellen Corona-Krise. „Es gibt eine ungeheure Solidarität der Menschen für die ich dankbar bin“, sagte Müller.

Dennoch habe sich bei einigen Menschen ein „Grundmisstrauen gegen die Eingriffe in ihre Freiheit“ entwickelt. „Und dieses Misstrauen wird von denen instrumentalisiert, die Hass und Spaltung mit ganz anderen Zielen schüren“, sagte Müller. „Es wird instrumentalisiert nämlich von denjenigen, die die Freiheitsrechte unseres Landes nutzen, um die Freiheit abzuschaffen, wie Reichsbürger und extreme Rechte, und ich füge hinzu: Wie die AfD.“