Vandalismus

Graffiti während BVG-Streik: Sprayer besprühen 32 Wagen

Wenn die BVG streikt, schlagen die Graffiti-Sprayer zu. Weil die U-Bahn nicht fährt, haben sie leichtes Spiel.

Graffiti-Vandalismus kostet die BVG Millionen Euro.

Graffiti-Vandalismus kostet die BVG Millionen Euro.

Foto: Uta Keseling / BM

Während des Streiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben wieder Graffiti-Sprayer zugeschlagen. Wie die Berliner Morgenpost auf Nachfrage erfuhr, wurden am Dienstag 32 Wagen auf einer Fläche von 370 Quadratmetern besprüht. „Das ist ein Problem, das wir immer haben, wenn gestreikt wird“, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner auf Nachfrage.

Graffiti ist ein großes Problem für das Unternehmen. An manchen Tagen seien 30 Prozent der gesamten U-Bahnflotte großflächig mit Graffiti beschmiert. Besonders groß sei das Problem auf den Linien U6 und U9.

Graffiti-Sprayer nutzen den Stillstand der U-Bahn

Wenn gestreikt wird, stehen die Züge in Aufstellanlagen. In der gesamten Stadt gibt es mehrere solcher Anlagen. Wenn man weiß, wo sie sich befinden, dann sind sie sehr einfach zu erreichen. Eine Überwachung findet kaum statt. Und das wissen auch die Sprayer und nutzen den Stillstand. Im Internet kursierten diesen Dienstag Bilder von den Aktionen. Auf einen Zug hatten die Sprayer auch einen Gruß an die streikenden BVG-Mitarbeiter gesprüht, wo sie ihre Solidarität bekundeten.

Am Dienstag sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bestreikt worden. Bis 12 Uhr mittags fuhren keine U-Bahnen und Trams. Auch die allermeisten Buslinien wurden bestreikt. Die S-Bahn Berlin war von dem Warnstreik nicht betroffen.

Laut BVG-Sprecher Markus Falkner habe die BVG auch an normalen Tagen mit Graffiti-Vandalismus zu kämpfen. Wenn gestreikt wird, seien die Schadensmeldungen aber noch mal höher. Das sei auch am vergangenen Dienstag der Fall gewesen. Wobei der Schaden nicht so hoch sei wie befürchtet.

Pro Monat werden 650 U-Bahn-Wagen mit Graffiti besprüht

Im Durchschnitt werden laut einer Schätzung von Anfang dieses Jahres pro Monat circa 650 Wagen besprüht. Das wirkt sich laut BVG immer stärker auf die Leistungsfähigkeit des gesamten U-Bahnbetriebs aus: 2019 sind bei der U-Bahn über 58.000 Nutzungskilometer aufgrund von Vandalismus ausgefallen. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt rund 21.000 ausgefallene Nutzungskilometer, im Jahr 2017 lag der Wert noch bei rund 12.000. Graffiti gilt in Berlin als Hauptgrund für Zugausfälle und ist ein großer Kostenfaktor.

Videos von Partys in U-Bahn-Zügen sorgen für Aufregung

Derzeit sorgen auch mehrere Videos von Partys in den U-Bahn-Zügen für Aufregung. Im Netz kursieren Aufnahmen aus der U-Bahnlinie 8. Die Videos zeigen einen vollen Zug, in dem ein DJ während der Fahrt Musik spielt, während viele junge Menschen auf engstem Raum dazu tanzen. Viele tragen Masken, viele aber auch nicht. Die BVG kennt diese Aufnahmen und sagt, dass das in Pandemie-Zeiten unverantwortlich sei. BVG-Sprecherin Petra Nelken sagte der Berliner Morgenpost: „Das ist erschreckend dumm“. Wer dabei erwischt wird, werde zur Kasse gebeten, so Nelken weiter.

Mehr zum Thema:

https://www.morgenpost.de/berlin/article228442801/BVG-kaempft-mit-Spezial-Folie-gegen-Graffiti-auf-U-Bahnen.html

https://www.morgenpost.de/berlin/article227799677/Massive-Ausfaelle-bei-Berliner-U-Bahn-wegen-Graffiti.html