Nahverkehr

Senat akzeptiert Preiserhöhung bei BVG-Tickets

Der VBB-Aufsichtsrat entscheidet Mittwoch über neue Tarife. Zuvor gab es eine Auseinandersetzung zwischen Ländern und Kommunen.

Die Tickets im Berliner Nahverkehr werden voraussichtlich teurer. Betreffen soll die Tarifsteigerung jedoch lediglich Nutzer von Einzelfahrscheinen bei U-Bahn, S-Bahn, Trams und Bussen.

Die Tickets im Berliner Nahverkehr werden voraussichtlich teurer. Betreffen soll die Tarifsteigerung jedoch lediglich Nutzer von Einzelfahrscheinen bei U-Bahn, S-Bahn, Trams und Bussen.

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Fahrgäste von Bus und Bahn in Berlin und Brandenburg müssen sich voraussichtlich auf höhere Ticketpreise gefasst machen. Diesen Mittwoch entscheidet der mit Vertretern Berlins, Brandenburgs sowie dortiger Kommunen besetzte Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) über eine Anhebung der Tarife im öffentlichen Nahverkehr. Vor der Sitzung wollten sich Vertreter der Länder nicht zu dem Thema äußern. Nach Informationen der Berliner Morgenpost stehen die Zeichen jedoch auf Preiserhöhung. Demnach dürften die Ticketpreise, wie bereits berichtet, im Schnitt um 1,87 Prozent steigen.

Tickets werden teurer: Brandenburg hatte auf Preiserhöhung gepocht

Vorausgegangen ist der Aufsichtsratsitzung eine längere Auseinandersetzung zwischen Ländern und Kommunen. Während Berlin sich ursprünglich gegen eine Tariferhöhung ausgesprochen hatte, waren es besonders die Brandenburger Kommunen, die auf deutlich steigende Fahrkartenpreise gepocht haben. Schuld ist die Corona-Pandemie. Während sich in der Hauptstadt der Senat bereit erklärt hat, die enormen Defizite der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) notfalls aufzufangen, blieb den klammen Kommunen in der Mark diese Möglichkeit oftmals nicht.

Die Bundesregierung hat zwar vor diesem Hintergrund einen milliardenschweren Rettungsschirm für den ÖPNV gespannt. Doch offenbar sind davon nicht in allen Kommunen genügend Mittel angekommen, um die lokalen Verkehrsunternehmen ausreichend zu unterstützen. Auffangen sollen das nun teurere Tickets für die Fahrgäste.

Preiserhöhung bei BVG und S-Bahn: Abo-Kunden sollen verschont bleiben

Dem kommt Berlin nun offenbar mit der Bereitschaft entgegen, die Fahrkarten um knapp zwei Prozent und damit auf Niveau des Preisindexes zu verteuern. Betreffen soll die Tarifsteigerung jedoch lediglich Nutzer von Einzelfahrscheinen. Im Gespräch ist etwa eine Erhöhung des AB-Tickets von 2,90 auf 3-3,10 Euro. Abo-Kunden sollen voraussichtlich verschont bleiben.

In der rot-rot-grünen Koalition stößt die drohende Preiserhöhung auf Kritik. "Wir sehen Tariferhöhungen weiterhin sehr kritisch", sagte Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linke-Fraktion. Steigende Preise seien kein Vorschlag, dem man zustimmen könne. Auch der grüne Verkehrspolitiker Harald Moritz sprach sich gegen die Erhöhung aus. "Das passt nicht in die Zeit." Grundsätzlich müsse das System, die Tarife entsprechend des preisindexes zu erhöhen auf den Prüfstand. "Das hilft im Zweifelsfall auch den Unternehmen nicht", so Moritz.

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