Tarifstreit

Streik in Berliner Kliniken: Keine größeren Einschränkungen

Beschäftigte der Charité und des Vivantes-Klinikums streiken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Das Bettenhochhaus der Berliner Charité hinter dem Charité-Logo an der Zentralen Notaufnahme.

Das Bettenhochhaus der Berliner Charité hinter dem Charité-Logo an der Zentralen Notaufnahme.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Der Beifall vom Balkon zu Beginn der Corona-Pandemie reicht ihnen nicht: An den großen Berliner Kliniken Charité und Vivantes sind Beschäftigte in einen zweitägigen Warnstreik getreten, um ihrer Forderung nach mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck zu verleihen.

Nach Angaben der Kliniken gab es für die Patienten am Dienstag zwar keine größeren Einschränkungen. Von Normalbetrieb konnte aber auch keine Rede sein. „Der Dienstbetrieb in den Charité-Kliniken ist schon gestört. Und in den meisten Standorten von Vivantes läuft er auch nicht normal“, sagte Marco Pavlik, der Gewerkschaftssekretär der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

An der Charite wurden nicht lebensnotwendige Operationen verschoben

An den Standorten der Charité wurden die für Dienstag und Mittwoch geplanten, nicht lebensnotwendigen Operationen verschoben. „So kann die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten verringert werden, um Mitarbeitern Gelegenheit zur Ausübung des Streikrechts zu geben“, sagte Charité-Sprecherin Manuela Zingl. Operationen bei Kindern, dringliche onkologische Eingriffe und Notoperationen würden ohne Einschränkungen durchgeführt. Insgesamt sei die Versorgung der Patienten mit einer Wochenendbesetzung gesichert, so Zigl. Lediglich im ambulanten Bereich komme es zu längeren Wartezeiten.

Auch bei den Vivantes Krankenhäusern sei die Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt. „Dafür sorgt eine sogenannte Notdienstvereinbarung“, sagte Vivantes-Sprecherin Astrid Steuber. Einige Bereiche seien demnach vom Warnstreik ausgenommen, etwa die, in denen Covid-19-Patienten oder Kinder und Jugendliche versorgt würden. Auch Verdi erklärte bereits vorab, das Wohl der Patienten solle durch den Warnstreik keinesfalls gefährdet werden.

Während der Frühschicht ließen laut Verdi rund 400 Beschäftigte ihre Arbeit vorübergehend ruhen. Nach dem Schichtwechsel erwartete die Gewerkschaft erneut bis zu 500 Beschäftigte im Warnstreik an allen Standorten. Aufgerufen war das gesamte Pflegepersonal beider Klinikkonzerne.

Das sind die Forderungen von Verdi

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter der großen Berliner Kliniken Charité und Vivantes zu dem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft im aktuellen Tarifkonflikt Druck machen. Gefordert wird unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. „Diese Verbesserungen sind dringend nötig, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu machen“, erklärte Meike Jäger, die Bereichsleiterin für Gesundheit und Soziale Dienste der Gewerkschaft.

Bereits in den letzten Tagen gab es Arbeitsniederlegungen bei den Berliner Wasserbetrieben, den Recyclinghöfen und am Montag auf Reinigungshöfen und in Werkstätten der Berliner Stadtreinigung (BSR).

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