Ausschreitungen

Berliner Linksextreme sollen G-20-Krawalle geplant haben

Die Verbindungen der Linksextremisten sollen von der Rigaer Straße bis nach Griechenland reichen.

Randalierer des Schwarzen Blocks ziehen durch das Hamburger Schanzenviertel. Die juristische Aufarbeitung der außer Kontrolle geratenen Demonstrationen rund um den G20-Gipfel dauert immer noch an (Archivbild).

Randalierer des Schwarzen Blocks ziehen durch das Hamburger Schanzenviertel. Die juristische Aufarbeitung der außer Kontrolle geratenen Demonstrationen rund um den G20-Gipfel dauert immer noch an (Archivbild).

Foto: Markus Scholz / dpa

Berlin. Die Hinweise verdichten sich, dass eine Gruppe von Berliner Linksextremisten an den Planungen der G-20-Krawalle in Hamburg beteiligt gewesen sein soll. Das berichtet der Sender NDR unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach sollen vier Männer und eine Frau bereits 2016 eine kriminelle Vereinigung gebildet haben, um im Juni 2017 „gezielte, überregional abgestimmte Vorbereitungstaten“ für die G20-Krawalle am 7. Juli 2017 zu begehen.

Wie berichtet, hatten Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) und der Berliner Polizei vor einer Woche Wohnungen in mehreren Berliner Bezirken durchsucht, darunter auch die sogenannte anarchistische Bibliothek „Kalabal!k“ in Kreuzberg. Die Ermittlungen dauerten noch immer an, noch sei unklar ob der Tatverdacht für eine Anklage ausreiche, hieß es von der Bundesanwaltschaft.

Ausgangspunkt der Ermittlungen seien laut NDR Erkenntnisse, die bereits im Vorfeld der Krawalle gewonnen werden konnten. Damals seien zwei Wochen vor dem G-20-Gipfel in Hamburg zwei Männer in Gewahrsam genommen worden. In unmittelbarer Nähe hätten Ermittler einen unverschlossenen Miettransporter gefunden, in dem sich laut Polizei Einwegschutzanzüge, Geräte zum Stören von Funksignalen, Sprechfunkgeräte, Latexhandschuhe und Streusandkisten befunden hätten. Außerdem hätten die Beamten eine Liste mit 100 Kennzeichen von zivilen Polizeifahrzeugen entdeckt. Laut NDR gehen die Ermittler davon aus, dass entlang der Elbchaussee in Hamburg Depots angelegt werden sollten. Solche Lager seien im Nachgang der Krawalle tatsächlich entdeckt worden.

Berliner Tatverdächtige seit Jahren in der linksextremen Szene aktiv

Die Beschuldigten seien seit Jahren in der linksextremen Szene aktiv und kennen sich persönlich. Einige von ihnen sollen in der Vergangenheit wiederholt Straftaten wie Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung begangen haben und Kontakte in die Rigaer Straße und bis nach Griechenland haben. Ein Mitglied der Gruppe wird vom Landeskriminalamt (LKA) Berlin als relevante Person geführt.

Auf der linken Internetseite Indymedia wird der Vorwurf unterdessen zurückgewiesen. Es handle sich um ein wildes Konstrukt aus herbei fantasierter Gefährlichkeit und anderen abstrusen Ermittlungsverfahren. Der Berliner Innenexperte Tom Schreiber schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Spuren wieder einmal nach Berlin führten. Deshalb sei es wichtig, konsequent dagegen vorzugehen. Rückzugsorte müssten geräumt werden. Schreiber spielte damit auf die Rigaer und die Liebig Straße an. Mehrere Szene-Profile in den Sozialen Netzwerken gaben bekannt, dass das Haus am 9. Oktober, 7 Uhr, geräumt werden soll und man diese Räumung zum Desaster machen werde.