Bildung

Kinder der Risikogruppe bekommen besondere Kita-Gruppen

Für viele Berliner Familien herrscht weiterhin Lockdown – das Risiko für Kita und Schule ist in Coronazeiten zu hoch. Nun gibt es Hilfe

Holly spielt bald wieder mit Gleichaltrigen in der Kita – allerdings in einer besonderen Gruppe, in der sie besser in Coronazeiten geschützt wird.

Holly spielt bald wieder mit Gleichaltrigen in der Kita – allerdings in einer besonderen Gruppe, in der sie besser in Coronazeiten geschützt wird.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Kinder, die selbst oder deren Familienangehörige zur Risikogruppe in Coronazeiten gehören, können häufig nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig eine Kita besuchen. Denn die Gefahr, sich dort womöglich mit dem Corona-Virus anzustecken ist zu groß. Seit Februar sind viele durchgehend zu Hause, ohne Spielkameraden und mit häufig überlasteten Eltern. Der Alltag mit Kita fehlt spürbar.

Nun will der Berliner Senat diesen Familien helfen. Rund 45 Millionen Euro werden im Nachtragshaushalt bereitgestellt, um sogenannte „Quarantänegruppen“ in Kitas aufzubauen. Die Idee dahinter ist, dass diese besonderen Gruppen sehr klein und stabil sind – und alle Kinder, die dort betreut werden, aus dem Risikoumfeld stammen. Denn so ist gegeben, dass die Kinder und auch deren Familien sehr achtsam bei dem Thema sind, man aufmerksamer ist als viele Familien, die nicht so direkt von einer Covid-19-Erkrankung bedroht wären. Auch die Erzieher, die diese neuen Gruppen betreuen werden, sollen im besten Falle zur Risikogruppe gehören.

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Es ist wichtig, die „soziale Ausgrenzung“ der Kinder zu beenden

Neben der Stabilität sollen hier besondere Hygienemaßnahmen gelten; womöglich werden hier verstärkt Masken auch im Kita-Alltag verwendet. So will man das Risiko für alle – Kinder, deren Familien und Erzieher – gering halten. Denn wichtig sei, die „soziale Ausgrenzung“ dieser Kinder zu beenden und auch die Eltern zu entlasten, die weiterhin unter harten Bedingungen – ähnlich eines Lockdowns – leben. Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat für die Pläne und die Finanzierung diese Woche grünes Licht gegeben.

Die Senatsverwaltung für Bildung hat nun die Gespräche mit den großen Kitaträgern aufgenommen, um zu klären, wie man diese Gruppen schnell organisieren kann. „Familien mit Kindern, die ein besonderes Risiko haben, benötigen dringend Unterstützung. Es darf nicht sein, dass diese Kinder monatelang sozial ausgegrenzt und von Angeboten der frühkindlichen Bildung abgeschnitten sind“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Man wolle diese Familien entlasten, die seit Februar erhebliche Beschränkungen in Kauf nehmen. Allerdings muss man erstmal herausfinden, wie viele Kinder in Berlin eigentlich betroffen sind. Denn offizielle Zahlen gibt es bislang nicht – die Kinder dieser Familien waren einfach aus den Kitas „verschwunden“.

Holly kann seit Monaten nur ganz selten die Kita besuchen

Wie Holly, über die in der „Berliner Morgenpost“ berichtet wurde. Die Vierjährige kann seit Monaten nicht in die Kita, weil sie immer mal mit Bronchialinfekten zu kämpfen hatte. Das Risiko für sie wäre zu groß. Trotzdem ist Holly im August jeweils ein paar Tage in die Kita gegangen, weil ihr die lange kitalose Zeit ohne Gleichaltrige nicht gut tat. Doch der Besuch ging nur, wenn das Wetter warm war und fast alle Kinder draußen spielten. Hollys Mutter, Meike Martens, wünschte sich damals eine „Quarantänegruppe“ für ihre Tochter. Die wird nun kommen.