Führungswechsel

Martin Ecknig wird neuer Chef der Messe Berlin

Ecknig soll den Geschäftsführer-Posten von Christian Göke übernehmen.

Das Messegelände in Berlin (Archivbild).

Das Messegelände in Berlin (Archivbild).

Foto: Christoph Dernbach / dpa

Berlin. Der Führungswechsel an der Spitze der Messe Berlin ist vollzogen. Martin Ecknig soll nach Informationen der Berliner Morgenpost neuer Vorsitzender der Geschäftsführung werden. Der 53-Jährige folgt damit Christian Göke nach, der den Posten seit 2013 innehat und seinen Vertrag zum Ende des laufenden Jahres auflöst. Die Messe wollte die Personalie Ecknig am Freitag zunächst nicht kommentieren.

Ecknig hat bislang mit dem Messegeschäft offenbar nur wenig Berührung. Er arbeitet seit 1983 bei Siemens und ist dort seit 2017 Deutschlandchef des Immobiliengeschäfts. Damit ist er für mehr als fünf Millionen Quadratmeter Büro-, Logistik- und Produktionsfläche des Konzerns verteilt auf rund 600 Standorte verantwortlich. Der Vertrag des bisherige Messe-Chefs Göke ging ursprünglich noch bis Mitte 2022. Anfang April gab der 55-Jährige aber bekannt, das landeseigene Unternehmen nach 20 Jahren in verschiedenen Funktionen zu verlassen. Er begründete seine Entscheidung mit dem Wunsch nach beruflicher Veränderung. Der Job des Messe-Chefs gehört mit einem Jahresgehalt von fast 570.000 Euro zu den bestbezahltesten im Land Berlin. Göke verdient damit deutlich mehr, als sämtliches politisches Spitzenpersonal der Hauptstadt.

In Corona-Zeiten steht das Geschäft still

Der Übergang erfolgt in einer schwierigen Phase. Denn seit Beginn der Corona-Pandemie wurden alle Messen in Berlin abgesagt. Den Anfang macht im vergangenen März die Internationale Tourismusbörse (ITB). Die Grüne Woche, die jedes Jahr Tausende Besucher anlockt, wird im kommenden Januar nur mit Fachpublikum stattfinden. Teile der seit Monaten leerstehenden Messehallen wurden in ein provisorisches Corona-Notfallkrankenhaus umgewandelt.

Entsprechend stehe ein neuer Messe-Chef vor großen Herausforderungen, sagt Christian Gräff, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Es ist zum einen schwierig, mit einem öffentlichen Gesellschafter wie dem Land Berlin umzugehen.“ Außerdem müsse sich Gökes Nachfolger die Frage stellen, wie das Messegeschäft nach Corona überhaupt aussehen kann. Hier müsse dringend die Digitalisierung weitergetrieben werden. „Und drittens wird es weniger Verbrauchermessen und mehr Fachkongresse geben“, so Gräff weiter. Ein entscheidender Wirtschaftsfaktor, für den dringend das Internationale Congress Centrum (ICC) wiederbelebt werden müsse.