Corona

Schüler ohne Maske müssen Attest vorlegen

Verwaltung hält schulärztliche Untersuchungen für unnötig. Marcel Luthe sieht mögliche Gefährdung für Kinder mit Grunderkrankungen.

Vielen Berliner Schulen fehlen für hybrides Arbeiten die technischen Voraussetzungen.

Vielen Berliner Schulen fehlen für hybrides Arbeiten die technischen Voraussetzungen.

Foto: Felix Kästle / dpa

Der Einzelabgeordnete Marcel Luthe hat angesichts der Maskenpflicht in Schulen schulärztliche Untersuchungen gefordert. Dass dies nicht geschehe, sei „schlicht fahrlässig und geht zu Lasten der Schwächsten“. Kinder mit Atemwegserkrankungen könnten durch die Masken gesundheitlichen Schaden nehmen. Schüler müssten auf Vorerkrankungen untersucht werden. Eltern aus sozial schwachen Milieus oder mit geringen Deutschkenntnissen würden den Gang zum Arzt für ein Attest womöglich scheuen. „Wer einem Kind, das nach ärztlicher Feststellung keinerlei Atemobstruktion erfahren darf, eine solche aufzwingt, dürfte sich strafbar machen“, sagte Luthe. Die Schulen würden von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) „einmal mehr“ allein gelassen.

Der Senat hatte Luthe auf eine parlamentarische Anfrage hin mitgeteilt, dass bisher noch keine Schule einen Antrag zur Durchführung einer schulärztlichen Untersuchung gestellt habe. Schüler, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keine Maske tragen müssten, würden „in der Regel“ ein ärztliches Attest vorlegen. „Das Vorliegen von wichtigen Gründen für eine Befreiung vom Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung, wie beispielsweise einer Grunderkrankung, ist den Eltern bekannt“, schreibt die Bildungsverwaltung.

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Alltagsmasken sind für gesunde Kinder unschädlich

Im Internet kursieren Warnungen, denen zufolge Kinder beim Tragen einer Maske zuviel Kohlendioxid einatmen würden. Verbände von Kinder- und Jugendärzten hatten allerdings wiederholt klargestellt, dass Alltagsmasken für gesunde Kinder unschädlich sind. Problematisch kann das Tragen einer Maske dagegen für Erwachsene und Kinder mit einer Atemwegserkrankung sein. Laut Infektionsschutzverordnung des Senats sind Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen von den Regelungen zur Maskenpflicht ausgenommen.