Kriminalität

Nach Schüssen in Schöneberg: Festnahme im Clan-Milieu

Nach Schüssen und einer Schlägerei in Schöneberg mit einem Schwerverletzten kann die Polizei erste Ermittlungserfolge vermelden.

In Schöneberg waren Polizei und Feuerwehr im Einsatz.

In Schöneberg waren Polizei und Feuerwehr im Einsatz.

Foto: Thomas Peise / BM

Ermittlungserfolg für die Berliner Polizei. Nach einer Gewalttat in Schöneberg vor einer Woche sind mehrere Tatverdächtige ermittelt worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Am Mittwochmorgen seien Anschriften in Berlin durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft beim Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Person sei festgenommen worden, die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich bei dem Festgenommenen um den Bruder des vor zwei Jahren am Rande des Tempelhofer Feldes erschossenen Intensivtäters Nidal R. Die Staatsanwaltschaft wollte das auf Nachfrage weder dementieren noch bestätigen. Bereits kurz nach der Tat war in Kreuzberg ein ebenfalls 24-jähriger tatverdächtiger Serbe festgenommen und wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Opfer der Gewalttat ist der polizeibekannte Omar F.

Am Abend des 13. September hatten Schüsse aus einer Menschengruppe im Bereich der Goebenstraße einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Ein schwerst verletzter Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Opfer handelt es sich um den 24 Jahre alten Omar F. Die Spuren der Gewalttat führten bereits kurz nach der Tat ins Berliner Clan-Milieu.

Denn Omar F. ist für die Polizei wiederum kein Unbekannter. Der Mann soll kurz vor Weihnachten 2018 am Hermannplatz in Neukölln bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten angefahren haben. F. war wenig später in Düsseldorf festgenommen worden. Omar F. selbst hat mehrere Vorstrafen. Gegen den damals 22-Jährigen hatten die Ermittler einen Haftbefehl erwirkt, weil er wiederholt seine Düsseldorfer Ex-Freundin angegriffen haben soll.

Die Ermittler gehen nun der Frage nach, was der Grund für die Auseinandersetzung gewesen sein könnte. Ging es um Revierstreitigkeiten, oder besteht ein Zusammenhang zum Mord auf dem Tempelhofer Feld vor fast genau zwei Jahren? Man wolle sich dazu aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht äußern, hieß es lediglich.

Noch immer werde im Mordfall Nidal R. ermittelt. Festnahmen habe es in dem Fall noch nicht gegeben. Der Schütze und mindestens zwei weitere Männer waren damals mit einem Auto vom Tatort geflüchtet. Das Fluchtauto fanden die Ermittler eine Nacht später ausgebrannt am Straßenrand. In der Szene gibt es Gerüchte, wonach der Mord die Rache für eine Auseinandersetzung bei einer Hochzeitsfeier gewesen sein soll.