Umwelt

Wie das Wasser im Biesdorfer See sauberer werden könnte

Das Wasser im Biesdorfer See soll sauberer werden: Grüne fordern eine dezentrale Lösung, die CDU hat eine eigene Idee.

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Das Wasser des Biesdorfer Baggersees könnte sauberer werden. Durch eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung könnte die Wasserqualität verbessert werden, teilte die Senatsumweltverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller mit. So würde das Regenwasser, das für die Verschmutzung mitverantwortlich ist, nicht wie bisher in den See geleitet, sondern in der Umgebung versickern. Für die Grünen ist das eine Variante, die geprüft werden sollte.

Doch selbst in diesem Fall wäre eine Badenutzung nicht gesichert. Es gebe zu viele Unklarheiten, sagt Derk Ehlert von der Umweltverwaltung. Zwar lief in den vergangenen Sommern weniger Regenwasser in den See. Doch die Niederschläge seien nicht die einzige Quelle. Der Baggersee im Osten Berlins speise sich vor allem aus Schichtenwasser. „Da müsste man erst klären, aus welchem Quellgebiet dieses Wasser überhaupt kommt.“ Genau wüsste das nämlich bislang niemand.

Damit das Regenwasser nicht mehr in den See gelangt, müsste es in der Umgebung versickern beziehungsweise vorher gereinigt werden. Auch hier sei noch nicht klar, ob es überhaupt genügend Fläche in der Umgebung gebe, auf der das Wasser gereinigt werden könnte, meint Ehlert.

Regenwasser könnte in die Wuhle geleitet werden

Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff findet den Ansatz der Grünen unverschämt. „Anwohner viel Geld für Wasserreinigungsanlagen auf ihren Grundstücken zahlen zu lassen, kann nicht sein“, sagt er. Vor einigen Jahren, Gräff war damals Bezirksstadtrat, habe er selbst einen Vorschlag gemacht, wie die Qualität des Wassers verbessert werden könnte. Statt Regenwasser davon abzuhalten, in den Baggersee zu fließen, könnte dieses Wasser in die nicht weit entfernte Wuhle geleitet werden. „Das hätte großen Charme, weil die Wuhle im Sommer wenig Wasser führt“, so Gräff.

Außerdem könnte man ein Regenrückhaltebecken bauen. Die Kosten dafür würden zwar insgesamt im zweistelligen Millionenbereich liegen, doch eine neue Lösung für die Regenwasserbewirtschaftung müsste wegen der zunehmenden Verdichtung ohnehin gefunden werden. Doch der Senat habe die Idee damals abgelehnt.

Regenwasser aus dem 600 Hektar großen Einzugsgebiet fließt in den Biesdorfer Baggersee, erklärt Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe. Dadurch entstünde viel Schmutz. Der Aufwand, das Wasser vom See fernzuhalten, sei einfach zu groß, sagt auch Derk Ehlert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass aus dem Baggersee langfristig ein Badesee wird.“ Die Realität sieht indes anders aus. Trotz Badeverbots wird in dem See regelmäßig geschwommen.