Vorsorge

Berliner sparen zu wenig für die Rente

Laut Studie der Sparkasse legen nur vier von zehn Erwerbstätigen in Berlin nach eigener Ansicht genug Geld zur Seite.

Nur jeder zweite Berliner sieht seinem Ruhestand optimistisch entgegen, viele rechnen mit Einschränkungen im Alter (Archivbild).

Nur jeder zweite Berliner sieht seinem Ruhestand optimistisch entgegen, viele rechnen mit Einschränkungen im Alter (Archivbild).

Foto: Stephan Scheuer / dpa

Berlin. Mit 43 Prozent sind vier von zehn Berliner Erwerbstätigen der Ansicht, ausreichend für das Alter vorzusorgen. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten repräsentativen Umfrage der Berliner Sparkasse hervor, die der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegt. Im Jahr 2015 waren noch 52 Prozent dieser Meinung. Der Anteil derjenigen, die ihrer Ansicht nach nicht genug für die Rente zur Seite legen, ist mit 34 Prozent hingegen konstant.

Jeder zweite Berliner (47 Prozent) blickt optimistisch in die Zeit nach der Erwerbstätigkeit und geht davon aus, seinen Lebensstandard im Alter halten zu können. 42 Prozent glauben hingegen, sich als Rentner einschränken zu müssen, und 28 Prozent rechnen damit, etwas hinzuverdienen zu müssen.

Unter denen, die ihrem Ruhestand optimistisch entgegenblicken, sind insbesondere Berliner mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3000 Euro und mehr (63 Prozent). Und von denen, die der Ansicht sind, ausreichend vorzusorgen, glauben sogar 69 Prozent an keinerlei Einschränkungen im Alter. 74 Prozent von ihnen freuen sich gleichsam auf den Ruhestand. Bei denjenigen, die nach eigener Ansicht zu wenig vorsorgen, ist die Freude mit 42 Prozent deutlich geringer ausgeprägt.

Mehr als drei Viertel sorgen privat für das Alter vor

Insgesamt haben 77 Prozent aller Berliner Erwerbstätigen irgendeine über die gesetzliche Rentenversicherung hinausgehende Vorsorge für das Alter getroffen. „Eine besonders sichere Form der Altersvorsorge sind die eigenen vier Wände, mit denen man sich mietfreies Wohnen im Alter sichern kann“, sagt Olaf Schulz, Generalbevollmächtigter Privat- und Firmenkunden bei der Berliner Sparkasse. Immobilien und Wertpapiere liegen mit 36 Prozent aber nur auf Platz zwei hinter der Betriebsrente (42 Prozent).

Auf dem dritten Platz kommt die Lebensversicherung (32 Prozent), gefolgt von der Privatrente (30 Prozent) und dem Fondssparen (29 Prozent). Während mit 26 Prozent jeder Vierte eine Riester-Rente abgeschlossen hat und mit 25 Prozent fast genau so viele einen Bausparvertrag, spielt die Rürup-Rente mit sechs Prozent fast keine Rolle. „Mancher möchte bei der Altersvorsorge von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren, manchem ist ein garantierter Auszahlbetrag wichtig“, so Schulz weiter.

Mehr als ein Drittel der Berliner Erwerbstätigen spart monatlich zwischen 25 und 100 Euro für das Alter (35 Prozent). Bei fast genauso vielen (37 Prozent) sind es 100 Euro und mehr. Die übrigen 28 Prozent legen gar nichts zur Seite. 2015 waren das noch 36 Prozent.

44 Prozent würden gern früher in den Ruhestand gehen

Fast die Hälfte derjenigen, die nichts ansparen, verfügt nur über ein monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro (53 Prozent). Laut Sparkassen-Manager Schulz gibt es aber auch bei kleinen Einkommen Möglichkeiten. „Sparpläne für Kleinbeträge und staatliche Zulagen ermöglichen auch denen, die kaum etwas zur Seite legen können, über die Jahre etwas Geld für den Ruhestand anzusammeln.“

Mit 65 Prozent planen die meisten Berliner nicht, an Höhe und Umfang ihrer Altersvorsorge etwas zu ändern. Lediglich 17 Prozent gaben an, im laufenden Jahr mehr investieren zu wollen, was 18 Prozent bereits taten.

Die Sparkasse hat auch das gewünschte Renteneintrittsalter der Berliner abgefragt. 44 Prozent würden gern früher in den Ruhestand gehen, als es der Gesetzgeber vorsieht – 26 Prozent mit 60 Jahren und 17 Prozent schon mit 55 Jahren. Allerdings halten das nur 20 Prozent der Berliner für realistisch. 21 Prozent wünschen sich hingegen, über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten.