Bildung

„Verstärkungspool“ für Berliner Schulen wird aufgebaut

Gesucht wird Personal, das kurzfristig in den Schulen eingesetzt werden kann, um dort die Lücken zu schließen, die durch Corona entstanden sind.

Irgendwer muss dem Nachwuchs ja etwas beibringen – doch in der Coronapandemie fehlen drei Prozent der Lehrer in Berlin.

Irgendwer muss dem Nachwuchs ja etwas beibringen – doch in der Coronapandemie fehlen drei Prozent der Lehrer in Berlin.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Mit dem Aufbau eines „Verstärkungspools“, der Berliner Lehrkräfte und Erzieher unterstützen soll, ist am Freitag begonnen worden. Es stünden ab jetzt Stellen für „200 zusätzliche Dienstkräfte“ bereit, heißt es aus der Senatsverwaltung für Bildung. Die Ausschreibung ist raus, man könne sich nun bewerben.

Gesucht wird Personal, das kurzfristig in den Schulen Berlins eingesetzt werden kann, um dort die Lücken zu schließen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Rund drei Prozent der Lehrkräfte fallen aktuell für den Präsenzunterricht aus, weil sie zur Risikogruppe gehören, die durch eine Covid-19-Erkrankung stark gefährdet wäre. Diese Pädagogen können dann in der Regel nur von zu Hause arbeiten, fehlen also in den Schulen vor Ort. Zum Schuljahresauftakt hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) versprochen, deshalb zeitnah den „Verstärkungspool“ aufzubauen. „Mit der Ausschreibung wollen wir schnell und unbürokratisch dafür sorgen, dass gerade auch im Herbst und Winter ausreichend Pädagogen an den Schulen zur Verfügung stehen“, sagte sie nun.

„Noch mehr ‘Lehrer ohne volle Lehrbefähigung’ an Berlins Schulen

Pädagogen wird man im Pool eher wenige finden – es reicht, wenn man einen Studienabschluss in „einem Fach der Berliner Schule“ hat. „De facto bedeutet das mehr ,Lehrer ohne volle Lehrbefähigung’ im System“, sagt Tom Erdmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Aber grundsätzlich sei man froh, dass die Stellen überhaupt ausgeschrieben wurden. „Diese Kräfte werden dringend gebraucht.“ Außerdem können sich Erzieher und Sozialpädagogen bewerben. Auch Ergotherapeuten, Logopäden und Kinderkrankenschwestern haben eine Chance. Die Stellen sind befristet; sie gelten nur für das Schuljahr 2020/21.

„Man kann nur hoffen, dass da ein paar gute, qualifizierte und vor allem motivierte Kandidaten darunter sind“, sagt die Schulleiterin Astrid Sabine Busse, Vorsitzende des Interessensverbands der Berliner Schulleitungen. Der Pädagogik-Markt sei halt völlig leergefegt.

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