Kunst

30 Jahre nach der Einheit: Werkschau für Maler Schubert

Wolfram Schubert, 93-jähriger Maler.

Wolfram Schubert, 93-jähriger Maler.

Foto: dpa

Neustrelitz. Das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz ehrt den Maler Wolfram Schubert mit einer umfassenden Werkschau. Dazu wird der 93-jährige Künstler an diesem Sonntag zur Eröffnung der Sonderausstellung in Neustrelitz erwartet, wie Leiterin Dorothea Klein-Onnen am Donnerstag sagte. Gezeigt werden etwa 30 Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten des Schaffens von Schubert, darunter Alltagsbilder von Familien, Porträts, Stillleben und Grafiken. Der Maler hatte das Gros seines Gesamtwerkes dem "Archiv Bildende Kunst - Mecklenburgische Seenplatte" überlassen, welches wichtige Zeugnisse der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte wie Malerei, Grafik und Bildhauerei bewahren und zeigen soll.

Schubert stammt aus Brandenburg, war in der DDR-Zeit viele Jahre Vorsitzender des Bezirksverbands Bildender Künstler in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) und zählte so zu den einflussreichsten Künstlern der DDR. Nach 1990 waren einige seiner Werke im öffentlichen Raum verschwunden. Für Diskussionen sorgten zuletzt riesige Wandbilder in Neubrandenburg, die unter Denkmalschutz gestellt wurden, sowie die geplante Freilegung seines Werkes "Kampf und Sieg der Arbeiterklasse". Dieses zweiteilige Bild hatte er 1969 in der damaligen Bezirksleitung der SED geschaffen. Es war nach 1990 überbaut worden.

"Wir können heute viel offensiver mit solcher Kunst umgehen, als gleich nach der Wende", hatte Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) dazu erklärt. Schubert lebt inzwischen in Sachsen-Anhalt. Die Sonderschau läuft bis Anfang November.