Museen

Sorbisches Museum zeigt "Farben in der Ferne"

Der slowenische Künstler Ante Trstenjak bereiste in den 1920er und 1930er Jahren mehrfach die sorbische Ober- und Niederlausitz. Mit seinen Arbeiten stärkte er den Stolz der Minderheit auf ihre Kultur und Traditionen.

Bautzen. Das Werk des slowenischen Künstlers Ante Trstenjak (1894 - 1970) steht im Mittelpunkt einer neuen Sonderausstellung im Sorbischen Museum in Bautzen. Unter dem Titel "Farben in der Ferne" ist vom kommenden Sonntag an sein Lausitzer Werk mit dokumentarischen Trachtenstudien und Landschaftsbildern zu sehen. "Trstenjaks Arbeiten zeigen, welchen Schatz Maler aus anderen Ländern hier bei ihren Reisen vorgefunden haben. Er hat durch sein Werk die Sorben bekannter gemacht und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein und den Stolz auf ihre Kultur und Traditionen belebt", sagte Museumsdirektor Christina Bogusz am Mittwoch.

Trstenjak entdeckte 1928 die Ober- und Niederlausitz für sich. Bei seinem Studium an der Akademie der Künste in Prag hatte er sorbische Studenten kennengelernt. Zum Teil in ihrer Begleitung sowie mit Skizzenbuch und Aquarellfarben bereiste er zu Fuß, mit dem Motorrad und per Bus die Region zwischen Spreewald und Oberlausitzer Bergland. Entfacht hatte sein Interesse an den Sorben zudem 1922 eine Ausstellung des Künstlerkollegen Ludvik Kuba (1863 - 1956) in Prag. Der tschechische Spätimpressionist hatte Anfang des 20. Jahrhunderts (1886, 1903, 1922 und 1923) mehrfach die Lausitz besucht. Er malte und schuf unter anderem eine ethnografische Dokumentation sorbischer Trachten.

Ausgewählte Werke beider Künstler begegnen sich in der Bautzener Ausstellung. Insgesamt sind 110 Arbeiten zu sehen, darunter auch Aquarelle Trstenjaks aus seiner Pariser Zeit. Entstanden ist die Schau in Kooperation mit der Kunstgalerie im slowenischen Maribor und dem Nationalmuseum Prag. Beide Häuser stellen Arbeiten zur Verfügung. Zu sehen ist die Ausstellung bis 9. Mai 2021, danach gehen die Bilder zu den Partnern in Slowenien und Tschechien auf Wanderschaft. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog entstanden. Außerdem gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Aquarellmalerei-Workshops, Vorträgen und Führungen.