Wetter

Hitze in Berlin: Tipps rund um die Rückkehr vom Sommer

Das Sommerwetter ist für einige Tage zurück nach Deutschland und in die Hauptstadt gekehrt. Dienstag werden bis zu 33 Grad erwartet.

Abkühlung bei der Hitze suchen in Berlin viele noch einmal – etwa hier im Kreuzberger Viktoriapark. Aber auch in den Seen ist baden noch möglich.

Abkühlung bei der Hitze suchen in Berlin viele noch einmal – etwa hier im Kreuzberger Viktoriapark. Aber auch in den Seen ist baden noch möglich.

Foto: Annette Riedl / dpa

Das Sommerwetter ist für einige Tage zurück nach Deutschland und in die Hauptstadt gekehrt. An diesem Dienstag werden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die Temperaturen in Berlin und Brandenburg mancherorts auf bis zu 33 Grad steigen. Die Berliner Morgenpost beantwortet Fragen rund ums Wetter, erklärt, was beachtet werden muss und wo Berliner noch eine Abkühlung finden.

Ist das heiße Wetter ungewöhnlich für Mitte September?

Temperaturen von mehr als 30 Grad sind für diese Jahreszeit mit Blick auf die Vergangenheit tatsächlich ungewöhnlich warm. „Damit befinden wir uns tagsüber um etwa zehn Grad über dem Klimamittel“, erklärt der Meteorologe Stefan Hahn vom DWD. Allerdings hält die Hitzeperiode laut Prognosen nur noch einige Tage an – ab Donnerstag soll es laut DWD kühler werden, dann gebe es recht normales Wetter für den September, sagt Hahn. Nachts weist das Thermometer schon jetzt keine großen Besonderheiten auf: Mit Werten zwischen 12 und 15 Grad lägen die Temperaturen nur leicht über den Referenzwerten.

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Muss ich noch meinen Rasen sprengen, obwohl Morgentau auftritt?

Klare Antwort: Ja. Denn der Tau bewässere nur die Blätter, der Boden an sich bleibe aber trocken. „Es geht darum, dass die Wurzeln Wasser bekommen“, heißt es von der Gärtnerei Wegener in Neukölln, „deswegen ist es gut zu sprengen. Nur nicht in der prallen Hitze, sondern wenn es morgens oder am Abend kühler ist“. So oft wie im Juli oder August müsse der Rasen aber kein Wasser bekommen. „Denn der Boden ist jetzt schon kühler und trocknet nicht mehr so schnell aus“, sagt eine Mitarbeiterin.

Warum haben die Berliner Freibäder trotz des Wetters bereits geschlossen?

Am vergangenen Sonntag war auch für die letzten Freibäder in der Stadt die Saison 2020 beendet – trotz der Hitze in dieser Woche. Laut Berliner Bäder-Betrieben (BBB) ist der Grund dafür, dass die Hallenbäder seit dem 31. August wieder geöffnet sind und es nicht genügend Personal gibt, um zeitgleich auch die Freibäder zu betreiben. Saisonarbeiter, die normalerweise eingestellt werden, hat es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht gegeben. „Wir setzen unser gesamtes Personal nun in den Hallenbädern ein. Nur dort können Schwimmkurse für Schulen und Vereine gegeben werden“, erklärt BBB-Sprecherin Claudia Blankennagel. Diese seien coronabedingt ausgefallen und müssten nun nachgeholt werden.

Kann in der Berliner Seen auch weiterhin gebadet werden?

An diesem Dienstag endet in Berlin und Brandenburg offiziell die Badesaison, das heißt: Ab jetzt kontrolliert das Landesamt für Gesundheit und Soziales die Wasserqualität an den Badestellen nicht mehr. Baden sei aber weiterhin möglich. „Durch die vielen Menschen im See und die Hitze sind dort im Sommer viele Blaualgen gewachsen. Nachdem es in den letzten Wochen kühler war, ist deren Bestand schon wieder zurückgegangen“, erklärt Sprecherin Silvia Kostner. Scheu vor kaltem Wasser sollte man aber nicht haben: Denn trotz der Hitze tagsüber sind die Seen kühl. Bedingt durch die längeren Nächte liegt die Temperatur noch bei 16 bis 19 Grad.

In welchen Freiluftkinos kann ich jetzt noch Filme sehen?

Nicht mehr alle, aber weiterhin einige Open-Air-Kinos haben wenigstens noch diese Woche geöffnet, zum Beispiel das Freiluftkino Hasenheide oder das Freiluftkino Pompeji am Ostkreuz, wo sogar noch den ganzen September Filme gezeigt werden. In Spandau hat das „Openairkino“ seine Saison kurzerhand verlängert, dort sollen bis zum 27. September Vorführungen stattfinden. „Die Nachfrage nach Kulturevents unter freiem Himmel ist ungebrochen“, so Betreiberin Julia Colm.

Was erhoffen sich die Berliner Gaststätten von dem Wetter?

Nach den Einbußen der vergangenen Monate ist die Freude bei Restaurantbetreibern über das Spätsommerwetter groß. Dadurch seien Menschen ausgehfreudiger, sodass mehr Kunden in die Gaststätten kommen, sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin vom DEHOGA Bundesverband Berlin. Für Gäste sei es schön, nach der Arbeit Zeit auf Restaurant-Terrassen und in Biergärten zu verbringen „Seit Jahresbeginn hat die Branche Umsatzverluste von 40 Prozent zu verkraften. Das schöne Herbstwetter gilt es zu nutzen, jeder Euro ist wichtig“, betont Hartges. Der Blick ist aber bereits auf die kalten Monate gerichtet. Der Verband arbeite an Konzepten, um den Betrieb in Restaurants aufrechterhalten zu können. „Es gibt Lösungen wie warme Decken, Infrarot- oder Heizstrahler und Überdachungen für die Gäste.“