Migration

Flüchtlingsrat fordert mehr Einsatz für Menschen in Moria

Menschen fliehen aus dem Flüchtlingslager in Moria, nachdem dort ein Feuer ausgebrochen ist.

Menschen fliehen aus dem Flüchtlingslager in Moria, nachdem dort ein Feuer ausgebrochen ist.

Foto: dpa

Berlin. Nach dem verheerenden Brand im Lager Moria hat der Berliner Flüchtlingsrat den Senat aufgefordert, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Geflüchtete aus Griechenland in die Hauptstadt zu holen. Die Kritik des Senats an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU), der einen Alleingang Berlins und anderer Bundesländer ablehnt, sei zu begrüßen, erklärten der Rat und andere Initiativen am Freitag. Da eine zeitnahe Lösung des Streits jedoch nicht zu erwarten sei, müsse der Senat andere Spielräume nutzen. Der Flüchtlingsrat schlug eine Lockerung der Bestimmungen zum Familiennachzug, die humanitäre Aufnahme in Einzelfällen und ein Stipendienprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vor.

Nach Angaben Seehofers sind Deutschland und neun weitere europäische Staaten zur Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen aus Moria bereit. 100 bis 150 davon werde die Bundesrepublik aufnehmen.

Der rot-rot-grüne Berliner Senat hatte angesichts des Großfeuers am Mittwoch in Moria, bei dem rund 12 600 Bewohner obdachlos wurden, nochmals seine Bereitschaft unterstrichen, 300 Betroffene im Rahmen eines Landesprogramms aufzunehmen. Seehofer bleibt bisher aber bei seinem Nein zu der Idee, über die Bund und Land schon länger streiten.

Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) wies am Freitag darauf hin, dass in Berlins landeseigenen Unterkünften derzeit knapp 1600 sofort belegbare Plätze zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werde das Containerdorf auf dem Tempelhofer Feld im Moment wieder ans Netz genommen, sagte eine Sprecherin der Senatorin. Dort gebe es Kapazitäten von bis zu 1000 Plätzen. "Es stünden also in Berlin ausreichend Plätze für die Menschen aus Moria bereit."