Verkehr

Berlin gibt Geld für 90 neue E-Busse

Bis 2022 wächst die Flotte der BVG auf 228 Fahrzeuge. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Benötigt werden neue Betriebshöfe.

Im Oktober bekommt die BVG neue Elektro-Busse.

Im Oktober bekommt die BVG neue Elektro-Busse.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin. Der Berliner Senat hat die Finanzmittel für weitere 90 Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bewilligt. Das erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. „Der Senat hat die Gelder freigegeben. Das ist die nächste Hochlaufphase“, sagte sie. Am Ende dieser Phase 2022 werde die BVG insgesamt 228 E-Busse in Betrieb haben. Sie sei „sehr zufrieden“ wie die Umstellung der Flotte gestartet sei, sagte die Verkehrssenatorin. „Wir in Berlin sind da mit Hamburg ganz vorne dabei. Das ist ein schönes Signal.“

Aktuell sind für die Verkehrsbetriebe insgesamt 79 Transportfahrzeuge mit Elektromotor im Einsatz, teilte die BVG mit. Die derzeitige Flotte besteht aus 69 Eindeckern. Hinzu kommen seit Donnerstag die ersten zehn elektrischen Gelenkbusse. Sie fahren auf der Linie 200 und sind mit Pantographen ausgestattet. Mit diesen Stromabnehmern auf dem Dach können die Busse an den Endhaltestellen an der Hertzallee in Charlottenburg und der Michelangelostraße in Prenzlauer Berg über Schnellladesäulen direkt mit Strom versorgt werden. Nach sechs bis sieben Minuten sollen die Fahrzeuge laut BVG wieder für die volle Strecke Einsatzbereit sein. Bis Ende September wird ihre Zahl auf 17 Stück steigen.

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„Ab Mitte Oktober startet die Anlieferung der nächsten 30 Eindecker“, sagte ein BVG-Sprecher. Bald seien von den 17-Meter-Vehikeln dann 120 auf den Straßen im Einsatz. Unterwegs sind die E-Eindecker auf den Linien 142, 147, 155, 194, 250, 259, 294, 300 und 347.

Offen ist, wie es danach weitergeht. „Nach den kommenden 90 E-Bussen gibt es erst einmal keine konkreten Pläne“, sagte der BVG-Sprecher. Richtig Fahrt werde erst wieder aufgenommen, sobald die neuen Betriebshöfe ans Netz gingen.

E-Busse der BVG in Berlin: Weiterer Ausbau hängt an neuen Betriebshöfen

Die ersten 228 E-Busse – darunter mit einem Eindecker mit Pantographen aus einem Projekt am Euref-Campus noch ein zusätzlicher Exot – stehen allesamt am Betriebshof an der Indira-Gandhi-Straße in Weißensee. Geplant ist, für weitere Fahrzeuge in den kommenden Jahren einen Doppelbetriebshof unter gemeinsamer Verwaltung zu bauen. Der Standort in der Köpenicker Landstraße soll Ende 2023 eröffnen, das Partnerprojekt auf der anderen Spreeseite an der Rummelsburger Landstraße Ende 2024. Ende August legte auch der Aufsichtsrat seine zuvor ablehnende Haltung ab und stimmte dem Bau zu. Dass die Ausbaupläne aktuell so vage bleiben, liegt offenbar auch an der Finanzsituation des Landes, das die Mehrkosten, die für die E-Busse anfallen, trägt. „Wir fahren auf Sicht“, hieß es aus BVG-Kreisen.

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