Projektwoche

Spreepark ist für wenige Tage geöffnet

Für 70 Millionen Euro wird der Spreepark zum Kulturpark umgestaltet. Bis 2026 soll er fertig sein. Mittwoch startet eine Projektwoche.

Größte Attraktion: Das Riesenrad soll sich ab 2024 wieder drehen.

Größte Attraktion: Das Riesenrad soll sich ab 2024 wieder drehen.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Berlin. Mit einer Projektwoche unter dem Motto „Labor Spreepark“ kommt für einige Tage neues Leben in den geschlossenen Freizeitpark im Plänterwald. Vom 9. bis 13. September findet dort ein Probebetrieb für Veranstaltungen der Kunst- und Kulturszene statt. Angeboten werden verschiedene Formate, für die Interessierte sich anmelden können – alle sind kostenpflichtig. Neben einer geschlossenen Fachtagung zur Umweltbildung gibt es Musik-, Straßentheater, Film- und Talkveranstaltungen. Die Projektwoche ist der Beginn einer „Laborphase“. Im Mittelpunkt stehen dabei kleine Formate – und deren Auswertung. Die Ergebnisse sollen einmal in die spätere Betriebskonzeption für den Park einfließen.

Die Umgestaltung des Spreeparks ist „eines der schönsten und aufregendsten Projekte in Berlin“, sagt Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz. Aber sie ist auch teuer. 70 Millionen Euro sind dafür insgesamt geplant, Stand heute. Und sie dauert. Bis 2026 soll der stillgelegte Vergnügungspark in einen Kulturpark verwandelt werden.

Die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin als Betreiber spricht gerne von „phasenweiser Eröffnung“ und hat gerade wieder einmal die Pläne konkretisiert. Die nächsten Phasen sind: Bis 2022 wird das bekannte Lokal „Eierhäuschen“ saniert und in Betrieb genommen, bis 2024 der Kernbereich des Parks, zu dem insbesondere das Riesenrad gehört, und bis 2026 werden Teile wie die große Werkhalle, der Uferbereich an der Spree und die Achterbahn Spreeblitz umgebaut.

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Spreepark: Nachhaltigkeit ist dem Land Berlin beim Umbau wichtig

Seit Juni 2016 gab es eine mittlerweile abgeschlossene Bürgerbeteiligung mit mehreren Phasen, bei der nach Angaben von Grün Berlin bis 2020 mehr als 2000 Menschen mitgemacht haben. Viele Berliner zieht es nach wie vor in den Plänterwald zu dem Ex-Freizeitpark, der einst größter Rummelplatz der DDR war und 2001 wegen Insolvenz schließen musste. „Es ist ein magischer Ort, ein Ort der Möglichkeiten“, sagt Staatssekretär Tidow. Seit 2014 ist der Spreepark im Besitz des Landes Berlin und nimmt, so Tidow, „immer mehr Gestalt an“.

Doch der Umbau mit vielen Altlasten im Boden, mit komplizierten Abläufen und vielen Vergabeverfahren zieht sich. Ein nachhaltiger Betrieb des Parks soll abgesichert werden. Partner ist die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Die verbriefte Nachhaltigkeit ist dem Land Berlin besonders wichtig. „Wir streben eine Platinzertifizierung an“, betont Tidow. Die letztendliche Planungssicherheit, damit auf dem Parkgelände überhaupt neue Gebäude gebaut werden können, gibt es übrigens erst im Oktober 2021 – dann entscheidet der Bezirk Treptow-Köpenick formal über den Bebauungsplan.

Das Konzept für den Spreepark sieht keinen Vergnügungspark mehr vor, soviel ist schon lange klar, sondern einen „Dreiklang aus Kunst, Kultur und Natur“, sagt Christoph Schmidt, Geschäftsführer von Grün Berlin, „einen besonderen Ort der Inspiration, Erholung und des Vergnügens für alle Bürger“. Gemeint ist damit ein öffentlicher Park mit – wahrscheinlich – geringem Eintrittspreis wie etwa der Britzer Garten, in dem Berliner sich erholen können.

Ab 2024 endlich wieder Riesenrad fahren im Spreepark

Zu den größten Attraktionen wird zweifellos das beliebte Riesenrad zählen, das sich in vier Jahren für Besucher wieder drehen soll. Viele Originalteile sollen erhalten bleiben, es muss vor dem Neustart allerdings komplett in seine Einzelteile zerlegt und abgebaut werden. Die Zahl der Gondeln wird reduziert. Optisch soll es mithilfe von Künstlern aufgewertet werden – etwa durch Lichtinstallationen.

Die Sanierung des 40 Meter hohen Riesenrads ist aber auch einer der dickeren Brocken: Um die sieben Millionen Euro wird es wohl kosten. 2022 soll mit dem Abbau begonnen werden, so Schmidt. Aufgebaut wurde es zum 40. Jubiläum der DDR im Jahr 1989. Davor stand jahrelang ein kleineres Modell an derselben Stelle.

Das komplette Programm der Projektwoche „Labor Spreepark“ ist auf der Webseite von Grün Berlin zu finden unter: https://gruen-berlin.de/sp