Kampagne

Initiative für besseren Umgang mit Stadtgrün gestartet

Mit der Imagekampagne „Zusammen sind wir Park“ will die Senatorin „mehr Wertschätzung und Respekt“ für das Berliner Stadtgrün erreichen

Im Innenhof ihrer Verwaltung am Köllnischen Park stellt Umweltsenatorin Regine Günther die Kampagne „Zusammen sind wir Park“ vor.  

Im Innenhof ihrer Verwaltung am Köllnischen Park stellt Umweltsenatorin Regine Günther die Kampagne „Zusammen sind wir Park“ vor.  

Foto: SenUVK

Berlin.  Vor 150 Jahren beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung einer Gartenbauverwaltung – seitdem gehört die Pflege des Berliner Stadtgrüns zur kommunalen Daseinsvorsorge. „An diesen Meilenstein wollen wir anknüpfen, denn die Herausforderungen sind heute nicht kleiner als vor 150 Jahren“, betont Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne). Heute gelte es, die rund 2500 Grünanlagen der Stadt so zu entwickeln und zu schützen, dass der Klimawandel, aber auch der teils rabiate Umgang der Parknutzer ihnen nicht den Garaus machen. Mit der am Mittwoch startenden Imagekampagne „Zusammen sind wir Park“ will die Senatorin deshalb „mehr Wertschätzung und Respekt“ für das bedrohte Stadtgrün erreichen.

Dürre und Übernutzung haben Spuren hinterlassen

Nicht erst seit die Corona-Pandemie dafür gesorgt hat, dass Sporthallen, Fitnessclubs, Discos oder Bars ganz oder teilweise schließen mussten, nutzen die Berliner und ihre Gäste die Grünanlagen zum Feiern, Sport treiben, Abhängen oder Gassigehen. „Zweieinhalb Dürrejahre und die Übernutzung haben vielerorts deutliche Spuren hinterlassen“, so Günther.

Mit „Zusammen sind wir Park“ wolle ihre Behörde nun einen Dialogprozess anstoßen, der zu mehr Rücksichtnahme sowohl der einzelnen Nutzergruppen untereinander als auch gegenüber der Stadtnatur führen soll. „Denn allein mit dem Ordnungsrecht und den Einsatz von Parkläufern werden wir das Verhalten nicht ändern können“, ist Günther überzeugt.

Damit sei auch die immerhin beachtliche Anzahl der Berliner Gärtner überfordert. Nach Angaben der Verwaltung sind insgesamt in den Grünflächenämtern aller zwölf Bezirke 2191 Beschäftigte in den Berliner Parks und Gärten im Einsatz.

Maßnahmen gegen Müll, Vandalismus und Lärm

Am heutigen Mittwoch findet dazu eine Auftaktveranstaltung mit den bezirklichen Grünflächenämtern, Naturschutzverbänden, Bürgerinitiativen statt, die sich auch bisher schon für die Pflege von Grünanlagen stark gemacht haben. In den fünf Handlungsfeldern „Müll, Vandalismus, Rücksichtnahme von Radfahrern, Lärm/Partys und Hunde“ sollen bestehende Regeln wiederbelebt, diskutiert und neu verabredet werden. Mit einem Flyer sowie sogenannten „Park-Fluencer“-Videos auf Youtube soll zudem gezeigt werden, wie vielfältig der Einsatz für die Stadtnatur sein kann.

Dass das durchaus funktionieren kann, habe Berlin bereits einmal bewiesen, betont die Senatorin: Vor 20 Jahren habe noch deutlich mehr Hundekot auf den Gehwegen gelegen, heute sei es für die meisten Hundebesitzer selbstverständlich, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen.

Ab September sollen dann eine Vielzahl von Veranstaltungen stattfinden, in denen Bürger die Möglichkeit haben, sich darüber zu informieren, wie sie sich für die Pflege des Grüns in ihrer Nachbarschaft einsetzen können. Weitere Informationen: meingruenes.berlin.de