Bildung

Anti-Mobbing-Beauftragte für die Schulen vorgestellt

Doreen Beer ist die Anti-Mobbing-Beauftragte für die Berliner Schulen. Bislang wurden 40 Mobbing-Einzelfälle an sie herangetragen.

Doreen Beer ist die Mobbingbeauftragte der Berliner Schulen

Doreen Beer ist die Mobbingbeauftragte der Berliner Schulen

Foto: Susanne Leinemann

Seit Anfang April ist sie im Amt, nun stellt sie sich der Öffentlichkeit vor: die Anti-Mobbingbeauftragte für die Berliner Schulen Doreen Beer. Warum erst jetzt? Das hat einerseits mit der Corona-Pandemie zu tun. „Das ist keine normale Zeit“, sagt die 42-Jährige. Aber auch, weil sie sich erst einen Überblick in ihrem neuen Arbeitsumfeld verschaffen wollte.

Rund 40 Mobbing-Einzelfälle sind, seitdem sie im Amt ist, an sie herangetragen worden. Meist seien es die Eltern, die bei ihr im Büro in der Senatsverwaltung für Bildung anrufen, manchmal auch Schul- oder Hortmitarbeiter. In den meisten Fällen stammten die Schüler aus Grundschulen, gefolgt von Sekundarschulen. Doch ob es sich wirklich um Mobbing handelt, stellt sich erst mit der Zeit heraus.

Die Psychologin Beer arbeitet eng mit der jeweiligen Schule, der Schulaufsicht, aber auch den Eltern und den Betroffenen zusammen. „Mein Focus liegt darauf, innerhalb des Schulsystems Lösungen zu finden.“ Mit Krisenteams und Mitarbeitern des schulpsychologischen Dienstes Sibuz ist oft schon alles da, um zu helfen. Doch häufig hapert es an der Kommunikation. Die Schulen müssten dann ihre „Kultur des Zuhörens und Erzählens“ stärken.

Anti-Mobbingbeauftragte: „Dunkelfeld“ ist viel größer

Beer, die zuletzt in einem Projekt mit schuldistanzierten Schülern arbeitete, ist sich bewusst, dass die wenigen Fälle, die bei ihr auf dem Schreibtisch landen, nur ein Bruchteil dessen sind, was an Berlins fast 800 Schulen vorgeht. Das „Dunkelfeld“ sei viel größer. Mobbing passiert oft verdeckt und immer über einen längeren Zeitraum. Es sind schwierige, komplexe Dynamiken. Um so wichtiger sei es, „dass es in der Schule Ansprechpartner gibt“. Sie betont, sie selbst sei nicht Teil der Schulverwaltung, komme also als Außenstehende aus der Beschwerdestelle hinzu, die zwar in der Senatsverwaltung für Bildung angesiedelt ist, aber unabhängig arbeiten soll.

Außerdem will sie ein „Antimobbingstrategie für die Berliner Schulen“ verfassen. Die Mobbingzahlen sollen dagegen nicht mehr zentral erfasst werden, weil Mobbing in den Schulen zu unterschiedlich definiert wird.