Linkspartei

Udo Wolf will in Pankow in den Bundestag

Ex-Fraktionschef der Berliner Linken wollte eigentlich in die zweite Reihe treten. Jetzt beerbt er Stefan Liebich als Direktkandidat.

Soll den Wahlkreis Pankow erneut für die Linke gewinnen: Udo Wolf

Soll den Wahlkreis Pankow erneut für die Linke gewinnen: Udo Wolf

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Eigentlich wollte sich Udo Wolf nach seinem Rückzug von der Spitze der Berliner Linksfraktion in die zweite Reihe zurückziehen und seinen Parteifreunden in der nächsten Legislaturperiode im Abgeordnetenhaus beratend und unterstützend zur Seite stehen. So hatte es sein Bruder Harald getan, nachdem er als ehemaliger Berliner Wirtschaftssenator noch einmal ins Landesparlament eingezogen war. Aber das Angebot, welches Pankows Linken-Vorsitzende Sandra Brunner dem 58 Jahre alten Innenexperten vor seinem Kletter-Urlaub in den Dolomiten unterbreitete, war dann doch zu verlockend. Und so entschied sich Wolf, noch einmal richtig anzugreifen und für die Linke im kommenden Jahr den wichtigen Bundestagswahlkreis Pankow zu verteidigen.

Drei Mal in Folge hatte Wolfs langjähriger Weggefährte Stefan Liebich, Ex-Landes- und Fraktionschef in Berlin, das Direktmandat im Nordosten für die Linke erobert und dabei 2009 sogar den SPD-Granden Wolfgang Thierse geschlagen. Jetzt zieht sich der Außenpolitik-Experte aus dem Bundestag zurück.

Neben Wolf treten Gysi, Pau und Lötzsch erneut an

Wie Liebich gehört Wolf zu denjenigen in der Linken, die auf eine Regierungsbeteiligung in einem rot-rot-grünen Bündnis auch auf der Bundesebene setzen. „Diese Position ist im Bundesverband nicht unumstritten, auch in der Bundestagsfraktion sind davon nicht alle begeistert“, sagte Wolf, als er am Donnerstag von Brunner und Landeschefin Katina Schubert als Kandidat präsentiert wurde. Darum sei es gut, wenn er Erfahrungen aus Berlin einbringen können. Berlins Regierungs-Linke sind überzeugt, dass Liebich auch wegen dieser klaren rot-rot-grünen Perspektive dreimal in Pankow gewinnen konnte. Die Wähler müssten der Linken zutrauen, dass sie den Wechsel wirklich will, sagte Schubert.

Die Partei wird sich bei den Bundestagswahlen im Herbst 2021 auf ihre sechs starken Wahlkreise konzentrieren. So werden die Veteranen Gregor Gysi in Treptow-Köpenick, Petra Pau in Marzahn-Hellersdorf und Gesine Lötzsch in Lichtenberg versuchen, erneut ihre Direktmandate zu holen. In Friedrichshain-Kreuzberg soll es Pascal Meiser richten, der 2017 nur knapp gescheitert und über die Landesliste in den Bundestag eingezogen war. In Mitte, wo sich die Linke ebenfalls Chancen ausrechnet, ist über eine Kandidatur noch nicht entschieden.