Extremismus

Nach Anschlag auf A100: Zeugen gesucht

Nach dem Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn A100 bitten Polizei und Staatsanwaltschaft um Mithilfe.

Amokfahrt auf Berliner A100: Staatsschutz ermittelt gegen Fahrer

Drei Unfälle hat der Mann auf der Berliner Stadtautobahn verursacht. Als er halten musste, soll er gedroht haben, dass "alle sterben" würden, wenn die Polizei näher käme.

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Berlin. Bei dem islamistisch motivierten Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn hat der Täter an mindestens sechs Stellen andere Fahrzeuge gerammt. Der 30-jährige Mann habe am 18. August 2020 Kollisionen an sechs bisher bekannten Tatorten verursacht, teilte die Polizei am Donnerstag in einem Zeugenaufruf mit. Diese Orte lagen auf der Stadtautobahn Richtung Südosten zwischen dem Dreieck Funkturm und der Ausfahrt Alboinstraße. Auf der sieben Kilometer langen Strecke wurden zwischen 18.30 Uhr und 18.45 Uhr drei Motorrad- oder Rollerfahrer schwer und drei Insassen eines Autos leicht verletzt.

Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich nun erneut an die Bevölkerung. "Im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen am 18. August 2020 auf der Bundesautobahn 100 sucht der Staatsschutz noch weitere Zeuginnen und Zeugen", heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstagvormittag.

Anschlag auf der A100 - der Polizeiliche Staatsschutz fragt:

  • Wer hat am 18. August 2020 vor oder während des Tatgeschehens verdächtige Wahrnehmungen, insbesondere auf der BAB 100, gemacht, die im Zusammenhang damit stehen könnten?
  • Wer kann Angaben zu dem Fahrweg des Opel-Fahrers machen?
  • Wer hat möglicherweise Foto- oder Videoaufnahmen gefertigt, die im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen oder dieses zeigen?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts unter der Telefonnummer (030) 5402-4111 (durchgehend erreichbar) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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Ermittelt wird wegen versuchten Mordes in mindestens drei Fällen. Behörden hatten von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag gesprochen, aber auch von Hinweisen auf psychische Labilität. Nach einer psychiatrischen Begutachtung wird bei dem Iraker von einem "bizarren, religiösen Wahn" ausgegangen. Der Mann wurde in der Psychiatrie im Maßregelvollzug untergebracht.