Gegen Kolonialismus

Rot-Rot-Grün erleichtert Umbenennung von Straßen

Der Senat erleichtert die Umbenennung von Straßen, deren Namen Kolonialismus verherrlichen oder Wegbereiter des Kolonialismus würdigen.

Das Eingangsschild der U-Bahnstation Mohrenstraße. Kritiker halten den Namen für rassistisch.

Das Eingangsschild der U-Bahnstation Mohrenstraße. Kritiker halten den Namen für rassistisch.

Foto: Fabian Sommer / ZB

Berlin. Rot-Rot-Grün erleichtert die Umbenennung von Straßen, deren Namen den Kolonialismus verherrlichen oder Wegbereiter des Kolonialismus würdigen. Dazu hat der Senat am Dienstag eine Änderung des Straßengesetzes beschlossen.

Künftig wird ausdrücklich auf die Möglichkeit verwiesen, Straßen umzubenennen, wenn deren Namen koloniales Unrecht heroisieren oder verharmlosen und damit Menschen herabwürdigen. Der Senat hat das neue Gesetz am Dienstag in erster Lesung beschlossen, jetzt muss sich der Rat der Bürgermeister damit befassen.

In Berlin schwelen derzeit Diskussionen um die Umbenennung des U-Bahnhofes und der Mohrenstraße in Mitte und Onkel Toms Hütte, der auf einen Anti-Sklavenroman aus dem 19. Jahrhundert und eine Gaststätte in Zehlendorf zurückgeht. Mehrere Initiativen fordern die Umbenennung, andere setzen sich für die Beibehaltung der beiden umstrittenen Namen ein. Die BVG hat bereits zugesagt, den U-Bahnhof Mohrenstraße in Glinkastraße umzubenennen. Über die jeweiligen Straßenumbenennungen ist noch nicht abschließend entschieden worden.