Corona-Krise

Corona in Berlin: Wer muss in den Schulen in Quarantäne?

Was passiert, wenn ein Corona-Fall in der Schule auftritt? Wer muss in Quarantäne, wer wird getestet? Berlins Richtlinien im Überblick.

An der Otfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee wurden Coronafälle gemeldet.

An der Otfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee wurden Coronafälle gemeldet.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. An mindestens 23 der rund 900 Schulen in Berlin ist inzwischen ein Covid-19-Infektionsfall bekannt geworden, die Zahlen ändern sich von Tag zu Tag. Nun fragen sich Schüler, Eltern, Schulpersonal – was passiert, wenn ein solcher Fall in der Schule auftritt? Wer muss in Quarantäne, wer wird getestet? Grundsätzlich entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Aber ein paar Richtlinien gibt es:

Kontaktcluster: Dieses Wort ist grundlegend beim Vorgehen, sollte ein Coronafall auftreten. „Es ist sinnvoll und effizient, im Fall des nachgewiesenen Auftretens einer Infektion die Personen, die mit dem Infizierten in Kontakt waren, dessen Kontaktcluster, sofort unter Quarantäne zu stellen“, heißt es in der Empfehlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina.

Sprich: Wird eine Schülerin oder ein Schüler positiv getestet, muss die gesamte Klasse kurzzeitig in Quarantäne. Oder bei einem Oberstufenschüler alle, die mit im Kurs saßen. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob sie enge oder nicht enge Kontaktpersonen sind.

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Kontaktpersonen der Kategorie I: Das sind die Menschen, die mit der infizierten Person eng waren – also 15-Minuten-Face-to-Face-Kontakt hatten. Dazu gehören sicherlich die Banknachbarn, womöglich auch die Reihe davor und dahinter. Zumindest sollen die Lehrer immer einen aktualisierten Sitzplan führen, damit das Gesundheitsamt weiß, wer wo saß.

Genauso wichtig ist natürlich die Anwesenheitsliste. Entscheidend sei die „Dauer und Intensität“ des Kontaktes, heißt es in der Handreichung. Wer Kontaktperson der Kategorie I ist, steht sofort unter Quarantäne und wird dann möglichst zu Hause getestet. Man will ja vermeiden, dass es bei der Schultestung zu weiteren Infektionen kommt.

Kontaktpersonen der Kategorie II: Die meisten Schüler und womöglich auch die Lehrkraft, die beispielsweise mit einem infizierten Schüler im Raum saß, sind Kontaktpersonen mit „geringeren Infektionsrisiko“. Entscheidend ist, dass sie ein bisschen Abstand zur betroffenen Person hatten, also keinen „15-minütigen Gesichtskontakt“, wie es in der „Handreichung für Schulen und Kitas“ der Senatsverwaltung für Bildung heißt.

Diese Schüler, Lehrer und weiteres Lehrpersonal können dann zeitnah in der Schule getestet werden – wie beispielsweise am Montag am Sophie-Charlotten-Gymnasium in Charlottenburg geschehen. Fällt der Test negativ aus, geht es zurück in die Schule. Allerdings wird das beim Beethoven-Gymnasium in Lankwitz anders gehandhabt. Dort erklärt das zuständige Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf Schülern, die in diese Kategorie fallen, sie dürften an diesem Dienstag ungetestet wieder in die Schule.

Ob I oder II: Für alle Schulangehörigen kommt es, nachdem eine Infektion bekannt wurde, erstmal zu bangen 24 oder 48 Stunden. Die betroffenen Klassen oder Jahrgänge werden dann gebeten, sich anfangs sozial zu isolieren, bis das Gesundheitsamt einen Testtermin anberaumt oder sich anders meldet.

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