Bildung

In Berlin gibt es immer mehr Corona-Fälle an Schulen

Bis Montag meldeten berlinweit schon 23 Schulen positive Fälle von Corona. Allein in Reinickendorf sind sieben Einrichtungen betroffen.

Videografik: So wird eine Corona-Infektion festgestellt

Es gibt zwei wichtige Verfahren, um eine Coronavirus-Infektion festzustellen. Bei einem Molekulartest wird in Speichelproben nach Erbgut des Erregers gesucht. Bei einem serologischen Test können im Blut von Patienten Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen werden.

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Berlin. Nur eine Woche nach dem Wiederbeginn des Unterrichts gewinnt die Corona-Problematik an Berlins Schulen rasant an Dynamik. Bis Montag meldeten berlinweit schon 23 Schulen positive Fälle von Corona, darunter eine Fachschule für Erwachsenenbildung in Friedrichshain-Kreuzberg. Allein in Reinickendorf sind sieben Einrichtungen betroffen. Am Freitag hatte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) noch von neun „Einzelfällen“ gesprochen.

Auch um auf diese dynamische Situation zu reagieren, traf sich am gestrigen Montag zum ersten Mal der Hygienebeirat, der alle Maßnahmen überprüfen und gegebenenfalls verbessern soll. Das Gremium, bestehend aus verschiedenen Vertretern der Schulwelt und Wissenschaftlern, wurde von Senatorin Scheeres zusammengerufen. „Viele Mitglieder des Hygienebeirats haben im vergangen halben Jahr ganz wesentlich mitgeholfen, dieser Pandemie zu begegnen“, sagte sie. Nun gehe es darum, alle an einen Tisch zu bringen. Konkrete Ergebnisse gab es in der ersten Sitzung am Montag allerdings noch nicht.

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Alle Nachrichten zum Coronavirus in Berlin, Deutschland und der Welt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus in Berlin haben wir hier für Sie zusammengetragen. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuellen Corona-Entwicklungen in Berlin und Brandenburg. Die deutschlandweiten und internationalen Coronavirus-News können Sie hier lesen. Zudem zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet.

Senat nennt erstmals Zahlen von Lehrern, die aufgrund von Vorerkrankung fehlen

Dagegen konnte die Senatsverwaltung für Bildung zum ersten Mal eine Zahl nennen, wie viele Lehrkräfte der Berliner Schulen aufgrund einer Vorerkrankung momentan für den Präsenzunterricht nicht zur Verfügung stehen. Eine Abfrage ergab, dass es sich lediglich um drei Prozent handelt. Frühere Schätzungen waren von sieben Prozent ausgegangen.

All diese Lehrkräfte leiden an einer Grunderkrankung und können ein ärztliches Attest vorweisen. Sie arbeiten nun entweder im Homeoffice oder übernehmen Aufgaben in der Schule – entweder örtlich separiert oder zeitlich zu den Schülern und Kollegen versetzt.

Der Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Tom Erdmann, sagte, er frage sich schon, warum die Zahlen dermaßen gering seien. Ein wichtiger Grund sei das Engagement vieler Lehrkräfte, die das Risiko in Kauf nähmen, lieber vor der Klasse zu unterrichten, als online, weil sie den Eindruck hätten, das funktioniere nicht. Für die drei Prozent, die nicht für den Unterricht infrage kommen, müsse es Ersatz in den Schulen geben, forderte Erdmann.

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Besucher klassischer Konzerte sollen Maske tragen

Wissenschaftler der Charité halten es unterdessen für vertretbar, bei klassischer Musik wieder alle Plätze in Opern und Konzerthäusern zu besetzten, wenn alle Besucher eine Maske tragen. Eine entsprechende Empfehlung gaben die Charité-Institute für Sozialmedizin und Epidemiologie sowie für Hygiene und Umweltmedizin zum Publikumsbetrieb während der Covid-19-Pandemie heraus, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete. Zudem seien die üblichen Hygieneregeln einzuhalten, eine ausreichende Lüftung und Desinfektion sicherzustellen.

Der Charité-Vorstand reagierte allerdings distanziert auf die Empfehlung. Es handele sich „um ein nicht abgestimmtes Papier“, ließen Charité-Chef Heyo Kroemer und der ärztliche Direktor Ulrich Frei mitteilen: „Dieses gibt nicht die Position des Charité-Vorstands wieder.“ Der Entwurf berücksichtige nicht die aktuelle Dynamik des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Risiken. „Das Papier ist daher nicht als Handlungsvorschlag, sondern als Grundlage einer weiteren kritischen Diskussion im Rahmen der Berliner Teststrategie zu betrachten“, so die offizielle Mitteilung.