Anhalter Bahnhof

Exilmuseum Berlin: Siegerentwurf für das Gebäude gekürt

Für 27 Millionen Euro soll am Anhalter Bahnhof das Museum entstehen, das sich Menschen widmet, die vor dem Nationalsozialismus flohen.

Der erste Preis: Der Siegerentwurf des dänischen Architekturbüros Dorte Mandrup.

Der erste Preis: Der Siegerentwurf des dänischen Architekturbüros Dorte Mandrup.

Foto: Dorte Mandrup Arkitekter A/S, Kopenhagen

Berlin.  Im Wettbewerb um die Gestaltung des neu zu errichtenden Exilmuseums Berlin, das am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg entstehen soll, hat die zehnköpfige Jury einen Siegerentwurf gekürt. Gewonnen hat das Büro Dorte Mandrup aus Kopenhagen. Zur Realisierung des Neubaus unter Einbeziehung der Portalruine am Anhalter Bahnhof wurden zehn international renommierte Architekturbüros mit Erfahrung im Museumsbau eingeladen. Die Eröffnung des neuen Museums ist für 2025 geplant.

Das künftige Exilmuseum will in seiner Dauerausstellung Menschen in den Blick nehmen, die aus dem Machtbereich der Nationalsozialisten fliehen konnten und im Ausland Zuflucht suchten. „Dieses Thema blieb im Nachkriegsdeutschland lange vernachlässigt und war ein Nebenthema im Schatten der Erinnerung an den Holocaust. Die Flucht- und Migrationsbewegungen der jüngeren Zeit haben eine neue Sensibilität für Vertreibung, Emigration, Exil und Völkermord geweckt. Sie lassen auch einen neuen Blick in die deutsche Vergangenheit zu“, heißt es in einer Erklärung.

Exilmuseum mit 3500 Quadratmetern Nutzfläche

Zu den Vorgaben gehörte es, 3500 Quadratmeter Nutzfläche einzuplanen, um allen Bereichen des Museums wie Dauerausstellung, Sonderausstellungen, Gastronomie und Museumsvermittlung Platz zu geben. Auch ist im Foyer ein eintrittsfrei zugänglicher „Raum des Ortes“ geplant, in dem die Geschichte des Anhalter Bahnhofs beleuchtet wird. Nach derzeitiger Planung wird von Baukosten von rund 27 Millionen Euro ausgegangen.

Im Rahmen einer Ausstellung werden alle neun eingereichten Architekturentwürfe für das Exilmuseum Berlin vom 29. September bis zum 17. Oktober 2020 in der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße gezeigt.