Wetter

Hitze lockt Berliner ans Wasser: DLRG hat viel zu tun

Der bisher heißeste Tag des Jahres hat am Wochenende viele Berliner an die Seen der Hauptstadt und im Umland getrieben. Die meisten konnten die ersehnte Abkühlung genießen, für einige wenige endete der Badespaß jedoch tragisch.

Besucher halten sich an einem warmen Tag am Mügelsee auf.

Besucher halten sich an einem warmen Tag am Mügelsee auf.

Foto: dpa

Berlin. Vielerorts lagen sie Handtuch an Handtuch: Die bis zu 36 Grad erreichende Hitze trieb am Wochenende die Berliner massenweise an die Seen der Hauptstadt und bescherte den DLRG-Rettern viel Arbeit. Dabei gab es leider auch einen Toten zu beklagen, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Mann sei am Samstagmorgen im Teufelssee in Berlin-Grunewald versunken und gestorben, nachdem ihn noch Taucher geborgen hatten.

Ein weiterer Mann verunglückte an der Wilhelm-Borgmann-Brücke im Stadtteil Britz, konnte jedoch reanimiert werden. Am Samstagabend musste nach einem Badeunfall am Plötzensee im Wedding ebenfalls ein Mensch von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) reanimiert werden. Am Sonntagmittag schließlich fanden Taucher in Spandau einen am Großen Spektesee vermissten Mann im Wasser und brachten ihn unter Reanimationsversuchen in ein Krankenhaus. Insgesamt wurden laut DLRG vier Mal im Wasser versunkene Menschen von Tauchern geborgen.

Ein Sprecher der Lebensretter berichtete, das heiße Wetter habe die rund 200 ehrenamtlichen Rettungsschwimmer am Wochenende sehr stark gefordert. Von Donnerstagabend bis Sonntagabend rückten sie demnach zu fast 150 Einsätzen aus.

Am Samstag wurde der bislang heißeste Tag des Jahres registriert. Besonderer Andrang herrschte im Strandbad Müggelsee in Treptow-Köpenick. Die Polizei bat zeitweise darum, sich nicht mehr dorthin auf den Weg zu machen. Auch das Strandbad Wannsee war schon am Morgen gut gefüllt. An den Seen ohne öffentliche Badestellen waren bis in die Abendstunden die besten Uferplätze fast durchweg besetzt, wie etwa am Schlachtensee in Steglitz-Zehlendorf.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde am Samstag in Berlin die höchste Temperatur im Stadtteil Buch mit 36,2 Grad gemessen. Es folgten Tempelhof mit 35,9 Grad und Tegel mit 35,6 Grad. Der niedrigste Wert mit 35,1 Grad wurde in Marzahn verzeichnet. Zum Vergleich: Heißester Tag im Vorjahr war nach Angaben der Meteorologen der 30. Juni 2019. An dem Tag betrug die Höchsttemperatur an der Station Berlin-Kaniswall nahe Müggelheim 38,7 Grad.

Am Wochenende wurde bekannt, dass die Berliner Freibäder in diesem Sommer nicht einmal halb so viele Gäste haben wie im Vorjahr. So wurden für die 14 Sommerbäder der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) sowie für das Strandbad Wannsee bis Ende Juli rund 527 000 Online-Tickets verkauft. Die Bäder durften wegen der Corona-Pandemie erst vom 25. Mai an öffnen. Im gleichen Zeitraum 2019 habe es 1 344 000 Besucher gegeben, teilten die Bäderbetriebe mit.

Allerdings liegt der Rückgang nicht nur an den Corona-Auflagen. Im vergangenen Jahr sei der Juni außergewöhnlich heiß gewesen, in den Bädern habe es deshalb Besucherrekorde gegeben, so das Zwischenfazit. Der Vergleich mit der Saison vor zwei Jahren hingegen zeigt, dass die Freibäder in Corona-Zeiten gar nicht so schlecht dastehen: Die Zahl der Besuche in dem entsprechenden Zeitraum 2018 lag bei 582 000.