Verkehr in Berlin

S-Bahn-Vergabe gestartet - So sollen die Linien fahren

Das Vergabeverfahren für die Netze der Berliner S-Bahn ist gestartet. Berlin will bis zu 2160 neue Wagen kaufen.

Insgesamt hat die Mammut-Ausschreibung ein Volumen von mehreren Milliarden Euro.

Insgesamt hat die Mammut-Ausschreibung ein Volumen von mehreren Milliarden Euro.

Foto: Schoening / picture alliance

Berlin. Angekündigt war der Start bereits für den Sommer, nun hat das Vergabeverfahren für Teilnetze der Berliner S-Bahn auch tatsächlich begonnen. Das teilten die Senatsverkehrsverwaltung, das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am frühen Dienstagabend mit. Begonnen hat das Verfahren mit der Übersendung der Bekanntmachung an das Amtsblatt der EU.

Damit ist eines der größten Vergabeverfahren der Geschichte endlich auf dem Weg. Insgesamt hat die Mammut-Ausschreibung ein Volumen von mehreren Milliarden Euro. Ausgeschrieben werden sowohl das Nord-Süd-Netz wie auch die Stadtbahnstrecken. Zudem sieht das Verfahren eine Aufteilung der Lose für die Fahrzeuglieferung und die Instandhaltung des Fuhrparks auf der einen und den Betrieb der Netze auf der anderen Seite für. Während der Betrieb auf den Strecken für 15 Jahre ausgeschrieben wird, laufen die Verträge für den Fuhrpark 30 Jahre. Die Überlegung dahinter ist, dass Anbieter dadurch auf möglichst langlebige Züge setzen. Insgesamt sollen 1308 bis 2160 S-Bahn-Wagen angeschafft werden. Die Fahrzeuge selbst gehen nach der Anschaffung in Landesbesitz über. Eine entsprechende Schienenfahrzeugsgesellschaft soll noch gegründet werden.

„Für Fahrgäste ergeben sich zahlreiche Angebots- und Qualitätsverbesserungen“, teilen Verkehrsverwaltung, Landesministerium und VBB mit. Profitieren würden die Nutzer von verbesserter Barrierefreiheit und moderner Fahrzeugtechnik wie etwa einer Klimatisierung.

Zudem würden die Kapazitäten der Züge erhöht und Taktfolgen verdichtet. Dafür sind teils neue Verbindungen im Netz geplant. Diese sehen wie folgt aus:

Linien des S-Bahn-Teilnetzes Nord-Süd:

  • S8 (Hohen Neuendorf – Wildau)
  • S86 (Buch – Grünau)
  • S2 (Bernau – Blankenfelde)
  • S25 (Hennigsdorf – Teltow Stadt)
  • S1 (Oranienburg – Wannsee)
  • S15 (Frohnau – Hauptbahnhof)
  • S85 (Hauptbahnhof – Ostkreuz – Flughafen BER)

Neu ist insbesondere die Verbindung der S15 von Frohnau bis Hauptbahnhof. Sie soll auf der aktuell noch in Bau befindlichen Strecke, die einst S21 getauft wurde, über Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof fahren.

Linien des S-Bahn-Teilnetzes Stadtbahn:

  • S9 (Flughafen BER – Spandau)
  • S75 (Spandau – Wartenberg)
  • S5 (Westkreuz – Strausberg Nord)
  • S7 (Potsdam Hbf. – Ahrensfelde)
  • S3 (Charlottenburg – Erkner)

Beginnen soll der Betrieb auf dem Nord-Süd-Netz im Dezember 2027. Auf dem Stadtbahnnetz soll der Betreiberwechsel im Februar 2028 losgehen. Das nun gestartete Vergabeverfahren soll innerhalb von ca. zwei Jahren durchgeführt werden.