Einzelhandel

Erneut Karstadt-Proteste in Berlin: Verhandlungen laufen

Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof am Schaufenster.

Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof am Schaufenster.

Foto: dpa

Berlin. Mehrere hundert Beschäftigte haben in Berlin erneut gegen geplante Standortschließungen beim Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof protestiert. Bei der Aktion am Donnerstag ging es vor allem um die dabei ebenfalls bedrohten Karstadt-Sports-Filialen in Berlin und im ganzen Land, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Teilnehmer kamen vor der Berliner Zentrale der Eigentümerholding Signa zusammen, die dem österreichischen Investor René Benko gehört.

"Es ist doch klar, dass diese Sanierung zulasten der Beschäftigten geht, die jetzt die Zeche für eine misslungene Unternehmenspolitik und für die anstehende Sanierung zahlen sollen. Das ist nicht in Ordnung", teilte Verdi-Landesbezirksleiter Frank Wolf mit.

Insgesamt betreibt Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin elf Warenhäuser, von denen ursprünglich sechs geschlossen werden sollten. Auch eine von zwei Karstadt-Sports-Filialen steht vor dem Aus.

Ein Standort konnte inzwischen bei Verhandlungen zwischen dem Senat, Vermietern und Eigentümern gerettet werden. Dabei handelt es sich um die Warenhausfiliale im Ringcenter in Berlin-Lichtenberg. Für alle weiteren Standorte laufen die Gespräche weiter. Nach wie vor sei man "vorsichtig optimistisch", hieß es am Donnerstag aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft.

Der Warenhauskonzern war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. Inzwischen ist die Zahl bundesweit auf 50 gesunken.