Prozesse

Polizisten attackiert? Prozess gegen Geschwister ausgesetzt

Eine Figur der Justitia.

Eine Figur der Justitia.

Foto: dpa

Berlin. Ein Prozess gegen drei Geschwister, die Polizisten bei einer Kontrolle in Berlin-Wedding attackiert und verletzt haben sollen, ist im ersten Anlauf gescheitert. Das Verfahren werde ausgesetzt, weil Nachermittlungen erforderlich seien, entschied das Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag nach mehrstündiger Verhandlung. Zuvor hatten die Angeklagten - zwei Brüder im Alter von 22 und 24 Jahren sowie ihre 28-jährige Schwester - die Vorwürfe zurückgewiesen.

Ein 27-jähriger Beamter hatte den 24-jährigen Angeklagten im Mai 2019 wegen dessen riskant wirkenden Ausparkens angesprochen. Der Mann habe daraufhin gerufen: "Du Idiot! Ich habe eine Fahrzeugkamera!" Nachdem sein 22-jähriger Bruder hinzugetreten sei, habe der 24-Jährige den Polizisten in den Schwitzkasten genommen.

Der Beamte habe sich der Anklage zufolge nur durch Ellenbogenstöße aus dem Griff lösen können. Anschließend hätten beide Brüder auf den Polizisten eingeschlagen. Als eine 24-jährige Kollegin des Beamten versucht habe, ihn "durch einfache körperliche Gewalt" zu befreien, habe die 28-jährige Angeklagte versucht, die Polizisten zu schlagen.

Erst durch das Ziehen ihrer Dienstpistole und der Androhung, die Schusswaffe einzusetzen, habe die Polizistin die Angeklagten dazu bringen können, von ihrem Kollegen abzulassen. Sie und ihr Kollege hätten unter anderem Prellungen erlitten.

Die Angeklagten erklärten, von ihnen sei bei dem Geschehen in der Nähe ihres Wohnhauses keine Gewalt ausgegangen. Der Beamte habe ihn angebrüllt, weil er ihn geduzt habe, schilderte der 24-Jährige. Als seine Schwester die Szene mit dem Handy filmen wollte, sei die Situation eskaliert. Der 22-Jährige erklärte: "Der Beamte nahm mich in den Schwitzkasten und nicht umgekehrt."

Einen neuen Termin für den Prozess um Körperverletzung, tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung gibt es noch nicht.