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Polizeieinsatz: Bewohner protestieren gegen Quarantäne

In Wohnheimen für Geflüchtete in Brandenburg ist es mehrfach zu Corona-Infektionen gekommen. Hilfsorganisationen kritisieren die Unterbringung auf engem Raum. Nach Protesten von Bewohnern einer Einrichtung in Stahnsdorf rückt die Polizei an.

Stahnsdorf. In einem Wohnheim für Geflüchtete in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) haben Bewohner gegen die dort angeordnete Quarantäne protestiert. Weil einzelne Bewohner Mitarbeiter und den Wachschutz bedroht hätten, sei die Polizei eingeschaltet worden, sagte Landkreissprecherin Andrea Metzler am Donnerstag. Die Proteste begannen demnach am Mittwochmorgen und dauerten bis zum Donnerstag an. Während des fast 24-stündigen Polizeieinsatzes waren zeitweise mehr als 20 Polizisten in dem Heim. Nach Angaben des Landkreises wurden mehrere Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen.

Zu den Protesten kam es, nachdem die seit dem 18. Juli für alle 263 Heimbewohner angeordnete Quarantäne nochmals verlängert wurde. Sechs Bewohner waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Zuvor waren bereits Tests bei 13 Bewohnern positiv. Dies sei den Bewohnern am Mittwoch mitgeteilt worden, woraufhin die Probleme begonnen hätten, sagte Landkreis-Sprecherin Metzler. Eigentlich sollte die Quarantäne am Mittwoch enden. Zunächst hatte der RBB darüber berichtet.

33 Bewohner, die 19 positiv Getesteten sowie Familienangehörige, sollten noch am Donnerstag in ein Übergangswohnheim des Kreises in Teltow gebracht werden. Dort stehen laut dem Kreis Wohnungen und Zimmer zur Verfügung, in denen die Bewohner separat untergebracht werden können.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg kritisiert die Unterbringung in den Heimen. Da die Bewohner dort auf engstem Raum zusammenlebten, seien Infektionsketten nur schwer zu unterbrechen, sagte Sprecherin Mara Hasenjürgen. Die Organisation fordert seit Längerem eine Einzelunterbringung von Geflüchteten - besonders in der Corona-Zeit.