Bildung

Zustimmung und Kritik für Maskenpflicht an Schulen

An Berlins Schulen dürfte nach den Ferien eine Maskenpflicht gelten. In der Politik halten das viele für sinnvoll. Doch es gibt auch mahnende Worte.

Die kulturpolitische Sprecherin der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Regina Kittler.

Die kulturpolitische Sprecherin der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Regina Kittler.

Foto: dpa

Berlin. Die Überlegungen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für eine Maskenpflicht an Berlins Schulen stoßen im Abgeordnetenhaus auf Zustimmung und Skepsis. Während SPD, Linke und Grüne sowie die AfD einen solchen Schritt nach Ende der Ferien im Grundsatz befürworten, übte die FDP am Donnerstag Kritik.

Zwar kann auch aus ihrer Sicht eine Maskenpflicht sinnvoll sein, jedoch greife ein solches Vorgehen viel zu kurz. Die CDU lehnt eine Maskenpflicht momentan ab und sprach von "Panik". Nötig seien ein umfassendes Konzept, um am 10. August trotz Corona-Pandemie wieder mit dem Unterricht zu beginnen, und ein Plan B für den Fall eines Anstiegs der Infektionszahlen. Offene Fragen sehen auch die Grünen noch.

Die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erwägt mit Beginn des Unterrichts nach dem Ferienende eine Maskenpflicht - für Lehrer und Schüler. Sie soll nicht gelten im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder im Hort. Endgültig entschieden ist noch nichts. Abgesehen davon sollen die Schulen trotz Corona-Krise wieder weitgehend im Regelbetrieb arbeiten - also mit Präsenzunterricht ohne Mindestabstand. Ausnahmen sollen für Schüler mit Vorerkrankungen gelten.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Regina Kittler, sprach sich für ein solches Vorgehen aus. "Masken bieten nachweislich mehr Schutz", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie plädierte für eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Lehrer und die Schüler aller Jahrgänge - allerdings nicht im Unterricht. "Dort über mehrere Stunden eine Maske zu tragen, ist nicht zumutbar."

Ähnlich äußerte sich SPD-Bildungsexpertin Maja Lasic. "Ich halte das für einen gangbaren Weg", sagte sie der dpa. "Es ist eine schmaler Grat zwischen der Frage, was wir Lehrkräften und Schülern zumuten können, und dem Infektionsschutz." Der nun erwogene "Mittelweg" an Schulen entspreche der Corona-Linie in anderen Lebensbereichen.

Die Grünen-Bildungspolitikerin Marianne Burkert-Eulitz verwies darauf, dass nur wenig Zeit zur Umsetzung einer Maskenpflicht bestehe. Skeptisch zeigte sie sich im Hinblick auf das Maske-Tragen auf dem Pausenhof. "Eine weitere Frage ist: Wie bekommt jedes Kind eine Maske?" Nötig sei aus ihrer Sicht auch Klarheit über die Corona-Teststrategie an Schulen. Da müsse Scheeres rasch liefern.

"Wir begrüßen Masken überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann", sagte der AfD-Gesundheitsexperte Herbert Mohr. "Auf engen Fluren sollte zum Beispiel eine Maske getragen werden, auf Schulhöfen hingegen nicht." Auch am Sitzplatz im Klassenraum sollten Schüler die Maske abnehmen dürfen. "Die Klassenzimmer sind aber in engen Zeitabständen gut durchzulüften."

Ganz anders äußerte sich der CDU-Bildungsfachmann Dirk Stettner. "Ich halte eine Maskenpflicht zum jetzigen Zeitpunkt für nicht sinnvoll. Das ist Panik statt Planung." Aus seiner Sicht sei zum Beispiel unklar, was mit Schülern passiere, die keine Maske trügen, oder solchen, bei denen die Eltern das ablehnten. Dabei würden die Schulen alleingelassen. Aus Stettners Sicht hätte Senatorin Scheers längst einen umfassenden Plan B vorbereiten müssen. Dabei hätte auch eine Maskenpflicht eine Rolle spielen können, meinte er.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Paul Fresdorf, sagte: "Eine Maskenpflicht in den Außenbereichen ist sinnvoll, aber noch kein Hygienekonzept!" Es sei beschämend, dass scheinbar erst kurz vor Ferienende darüber nachgedacht werde, wie der Schulbetrieb während der Corona-Pandemie ablaufen solle. "In den Klassenräumen könnte man mit Plexiglasscheiben an den Tischen zumindest etwas Schutz bieten", schlug Fresdorf vor. "Das hätte bereits vorbereitet sein müssen." Nötig sei auch ein Plan B, der einheitliche Standards für den Fernunterricht im Falle von neuen Schulschließungen festlegt.