Ridepooling-Dienst

Berlkönig fährt bis Oktober weiter

Der von der BVG und ViaVan betriebene Ridepooling-Dienst Berlkönig fährt vorerst weiter. Doch die Zukunft des Angebots bleibt ungewiss.

Der Berlkönig der BVG fährt vorerst weiter durch Berlin.

Der Berlkönig der BVG fährt vorerst weiter durch Berlin.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Die Fahrt für den Berlkönig geht weiter. Der Ridepooling-Dienst der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) setzt den Betrieb vorerst bis Ende Oktober 2020 fort, wie die BVG der Berliner Morgenpost mitteilte. „Wir wollen die Zeit nutzen, um die Gespräche mit den Stakeholdern fortzuführen und an einer Ausweitung des Betriebsgebiets in die Außenbezirke zu arbeiten“, sagte ein Sprecher.

Berlkönig der BVG: Angebot sollte schon mehrfach eingestellt werden

Der Berlkönig entgeht damit abermals kurzfristig der Betriebseinstellung. Nach letztem Stand sollte das Angebot eigentlich Ende Juli eingestellt werden. Schon früher in diesem Jahr wurde das angekündigte Ende mehrfach kurzfristig abgewendet. Das Unternehmen ViaVan, mit dem die BVG das Angebot betreibt und das den Großteil der Kosten des Projekts trägt, hatte sich jedoch immer wieder kurzfristig entschieden, weitere Mittel einzusetzen, um ein Betriebsende zu verhindern.

Seit Anfang des Jahres wird über den Ridepooling-Dienst gestritten. Bislang operiert das Angebot lediglich im Rahmen eines genehmigten Verkehrsversuchs in der östlichen Berliner Innenstadt. Die Senatsverkehrsverwaltung und die rot-rot-grüne Koalition haben sich mehrfach dagegen ausgesprochen, die Kosten des aktuellen Betriebskonzepts zu übernehmen. So ist der Berlkönig auch nicht als Teil des kürzlich geschlossenen Verkehrsvertrags über die ab September bestellten Leistungen der BVG durch den Senat aufgenommen worden. Ob der Dienst weiter betrieben werde, sei allein eine „unternehmerische Entscheidung“, erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) bei der Vorstellung des Verkehrsvertrags. Unwahrscheinlich scheint daher, dass der Berlkönig auch künftig in der Berliner Innenstadt fahren wird.

Berlkönig fährt künftig vielleicht nur noch am Stadtrand

Umso erstaunter zeigen sich Beobachter darüber, dass Gespräche über die Zukunft des Berlkönigs nun fortgeführt würden. Dem Vernehmen nach soll der Kontakt zwischen ViaVan und der rot-rot-grünen Koalition zuletzt mehr oder minder abgerissen sein.

Offen zeigen sich SPD, Linke und Grüne künftig nur für einen Einsatz als Zubringer-Angebot am Stadtrand. Eine entsprechender Dienst ist auch Bestandteil des Verkehrsvertrags – kann jedoch nicht direkt an ein Unternehmen vergeben werden, sondern muss ausgeschrieben werden. Immerhin werden dem Berlkönig bei einem solchen Verfahren gute Chancen eingeräumt, den Zuschlag zu erhalten.