Prozess

Sexuelle Übergriffe auf Mädchen: Mann verurteilt

Ein 60-Jähriger hatte den Missbrauch zweier Neunjähriger gestanden. Er wurde zu knapp drei Jahren Haft verurteilt.

Eine Figur der Justitia ist an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit zu sehen (Symbolbild).

Eine Figur der Justitia ist an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit zu sehen (Symbolbild).

Foto: Sonja Wurtscheid / dpa

Berlin. Ein 60-Jähriger ist rund vier Monate nach einem sexuellen Übergriff auf eine neunjährige Schülerin auf ihrem Heimweg in Berlin-Hellersdorf zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Er habe das ihm fremde Mädchen auf der Straße angesprochen, geküsst und im Intimbereich angefasst, hieß es am Mittwoch im Urteil des Landgerichts. Zudem habe er im April 2013 eine damals Neunjährige in zwei Fällen sexuell missbraucht.

Die Eltern des letzten Opfers hatten einen Tag nach der Tat für die Festnahme des Angeklagten gesorgt. Er habe sich in der Nähe ihres Wohnhauses aufgehalten, sagte die Mutter des Mädchens im Prozess. Ihre Tochter habe ihn als Täter wiedererkannt.

Der Angeklagte, der ein pauschales Geständnis abgelegt hatte, wurde nun gegen Auflagen von weiterer Untersuchungshaft verschont. Das Gericht untersagte ihm unter anderem jeglichen Kontakt zu Kindern. Zudem wurde der 60-Jährige angewiesen, sich unverzüglich in eine Therapie zu begeben. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Mann war nach einem Übergriff auf eine neunjährige Schülerin im Stadtteil Hellersdorf vor knapp vier Monaten festgenommen worden. Zudem wurden ihm sexuelle Übergriffe auf ein Mädchen vor mehr als sieben Jahren zur Last gelegt. Der Verteidiger hatte zu Beginn der Verhandlung am Montag erklärt, sein Mandant gebe die Vorwürfe zu. Er wolle sich in eine Therapie begeben.

Die Neunjährige kam laut Anklage von der Schule, als sie auf einem Supermarkt-Parkplatz von dem Angeklagten angesprochen wurde. Er habe die Schülerin auf ihrem Weg begleitet. Als er einen Kuss verlangte, habe das Kind dies deutlich abgelehnt. Daraufhin habe der Mann die Neunjährige an den Schultern gegriffen, sie auf den Mund geküsst und im Intimbereich angefasst. Ähnlich soll der Angeklagte im April 2013 eine damals ebenfalls neunjährige Tochter von Bekannten sexuell missbraucht haben.

Die Mutter der heute Neunjährigen sagte am Montag vor Gericht, der Angeklagte habe sich einen Tag nach dem Übergriff auf ihre Tochter in der Nähe ihres Wohnhauses aufgehalten. Nachdem ihre Tochter den Täter wiedererkannt hatte, habe ihr Ehemann den Verdächtigen festgehalten und die Polizei alarmiert, so die Zeugin weiter. Sie habe für sich selbst und für ihre Tochter therapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Bis heute sei große Angst geblieben. Der Prozess gegen den nicht vorbestraften 60-Jährigen wird am 1. Juli fortgesetzt.