Klassensprecher

“Wir brauchen Menschen wie dich, Susanne“

Susanne Gericke von der Fritz-Reuter-Oberschule ist Berlins beste Klassensprecherin.

 Susanne Gericke, fotografiert am 19.Juni 2020 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Funke Fotoservices

Susanne Gericke, fotografiert am 19.Juni 2020 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Funke Fotoservices

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Großer Applaus und lauter Jubel ertönten in der Aula der Fritz-Reuter-Oberschule in Lichtenberg, als Susanne Gericke am Freitag zu Berlins Klassensprecherin des Jahres gekürt wurde. Die 17-Jährige, von ihren Mitschülerin Susi genannt, war überwältigt und konnte ihr Glück kaum fassen: „Ich hätte damit wirklich nie gerechnet“, sagte sie. „Am meisten macht es mich glücklich, wie meine Klasse reagiert und sich mit mir freut.“

Susanne Gericke ist damit die dritte Gewinnerin des Wettbewerbs „Klassensprecher*in des Jahres“, der einmal im Jahr von der gemeinnützigen Initiative Empati ausgerichtet wird. „Der Einsatz von Klassensprechern für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ist kaum bekannt, noch weniger wird er honoriert. Das wollen wir mit dieser Aktion ändern“, so die Veranstalter.

Auch Berlins Bildungssenatorin und Schirmherrin des Wettbewerbs, Sandra Scheeres (SPD), kam zur feierlichen Preisverleihung, um die Gewinnerin persönlich zu beglückwünschen: „Wir brauchen Menschen wie dich, Susanne, die für andere da sind und für diejenigen das Wort ergreifen, die sich nicht trauen“, so Scheeres. „Mach weiter so!“

Demokratische Entscheidung, wohin die Reise geht

Dem stimmten auch ihre Klassenkameraden zu: „Susi ist ein sehr offener und fröhlicher Mensch. Mit ihrer aufgeschlossenen Art geht sie auf die Menschen zu, und man kann immer mit seinen Problemen zu ihr kommen“, lobte sie ihr guter Freund Danny Florian Gäbler (16). So hat Susanne Gericke seiner Meinung nach den Titel „Beste Klassensprecherin“ wohlverdient. Auch die Freude über ihren Preis ist groß: eine Fahrt mit der gesamten Klasse. Wohin es geht, will die 17-Jährige demokratisch mit ihren Mitschülern entscheiden.

Durchgesetzt hat sich die Klassensprecherin zwischen mehr als 100 Mitbewerbern. In einer Online-Abstimmung wurden in einer ersten Runde die zehn Teilnehmer mit den meisten Stimmen ausgewählt, und in einer zweiten Runde wurden dann drei Preisträger von einer fachkundigen Jury aus Vertretern der Schüler- und Elternschaft, aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft auserkoren. Aufgrund von Corona-Vorsichtsmaßnahmen konnte keine große Preisverleihung stattfinden, stattdessen gab es drei Events in einem kleineren Rahmen, an unterschiedlichen Tagen und Orten.

So wusste Fridolin Kosslick von der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in Charlottenburg gar nicht so recht wie ihm geschieht, als seine Freunde ihn am Donnerstag in den Hertha-Fan-Shop am Olympiastadion lockten, auf einmal Marius Wolf, Profi des Berliner Bundesligisten, vor ihm stand und die freudige Botschaft überbrachte, dass er in dem Wettbewerb den zweiten Platz belegt hat. Zudem bekam Fridolin Kosslick (16) von ihm ein Hertha-Fan-Paket überreicht, inklusive Tickets für die komplette Schule zu einem Spiel der Blau-Weißen, eine VIP-Führung durch das Olympiastadion für die Klasse und ein Trikot mit den Unterschriften der Spieler. Fridolin strahlte, und auch seine Freunde freuten sich mit ihm.

Ehrung auf der Bühne der Komischen Oper

Mindestens genauso groß war auch die Freude bei Ekin Uçkun, die am Mittwoch den dritten Preis verliehen bekam. Gemeinsam mit ihren Freunden traf die 14 Jahre alte Klassensprecherin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums in Reinickendorf in der Komischen Oper auf den Influencer Bodyformus, der die Ehre hatte, ihr feierlich den Preis zu überreichen: einen Besuch mit der ganzen Klasse im Freizeitpark Belantis. Das Mädchen war überwältigt. Anschließend wurden noch Selfies gemacht, wobei sie auch auf der großen Opernbühne stehen durften.

Im kommenden Jahr will die Initiative Empati, das Projekt ausweiten. Zum ersten Mal wird kommende Woche auch in Brandenburg der beste Klassensprecher gekürt.