Gesundheit

Hilfe für Berliner bei der Krankenhaussuche

Patienten können sich in einem neuen Verzeichnis über Qualitäts- und Leistungsdaten der Kliniken informieren.

Mit der Charité und anderen Forschungseinrichtungen der Gesundheitsbranche zählt Berlin mittlerweile europaweit zu den führenden Städten der Gesundheitswirtschaft.

Mit der Charité und anderen Forschungseinrichtungen der Gesundheitsbranche zählt Berlin mittlerweile europaweit zu den führenden Städten der Gesundheitswirtschaft.

Foto: JÖRG KRAUTHÖFER

Berlin. Für Patienten, Angehörige und Ärzte hat die Berliner Krankenhausgesellschaft ein neues Verzeichnis erstellt, das Berlinern die Suche nach einem geeigneten Krankenhaus erleichtert. Das neue Krankenhausverzeichnis bietet einen Überblick über Leistungen der Krankenhäuser in der Wohnortnähe von Patienten, macht Angaben darüber, über wie viele Betten es verfügt und wie häufig es Behandlungen von bestimmten Krankheiten durchführt.

„Das Verzeichnis zeigt die Qualitäts- und Leistungsdaten von Krankenhäusern an“, sagt die Sprecherin der Krankenhausgesellschaft, Barbara Ogrinz. Zwar gebe es bereits zahlreiche Suchportale für Krankenhäuser, die verfolgten aber meist kommerzielle Zwecke. „Verbraucher sollten aber neutrale Informationen erhalten“, so Ogrinz weiter. Das Verzeichnis der Krankenhausgesellschaft ist komplett werbefrei und erfüllt die aktuellen Datenschutzrichtlinien.

Auf der Homepage können Interessierte nun nach dem für sie besten Krankenhaus suchen. Nach der Eingabe der eigenen Postleitzahl und einer Krankheit oder einem Symptom wirft die Seite diejenigen Krankenhäuser aus, die am nächsten zum Wohnort liegen, und gibt Auskunft darüber, wie häufig das entsprechende Krankheitsbild dort behandelt wird. Die Seite informiert aber auch über die Ausstattung der Krankenhäuser oder bestimmter Fachabteilungen, über die Barrierefreiheit und enthält Angaben über das Qualitäts- und Hygienemanagement der einzelnen Einrichtungen. Die Suchfunktionen können beliebig verändert und den individuellen Wünschen angepasst werden.

Es gibt zahlreiche kommerzielle Krankenhaus-Suchportale

Die Verbreitung kommerzieller Suchportale für Krankenhäuser hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Allerdings liefern die meisten Portale keine objektiven Daten, sondern lassen sich eine Spitzenposition von Kunden erkaufen – oder wollen Informationen von Patienten erfassen, die sie dann an Werbekunden weiterverkaufen.

Auch Ärzte- und Krankenhaus-Ranglisten helfen nach Angaben der Verbraucherzentrale nicht weiter. „Jeder Patient muss, möglichst in Absprache mit dem behandelnden Arzt, eine Entscheidung aufgrund seiner individuellen Bedürfnisse treffen“, heißt es dazu bei den Verbraucherschützern. Auf der Homepage der Verbraucherzentrale kann eine Checkliste heruntergeladen werden, mit der Patienten sich auf die Suche nach einem geeigneten Krankenhaus machen können.

Mit Beginn der Corona-Krise hatten die Krankenhäuser die Zahl der Operationen drastisch reduziert, um genügend Kapazitäten für eventuelle Corona-Behandlungen frei zu halten. Nachdem die Infektionszahlen allerdings erfreulich gering ausfielen, öffnen sich die Häuser wieder für andere Behandlungen und geplante Operationen.

Das Niveau des Normalbetriebs ist allerdings noch lange nicht erreicht. „Wir liegen etwa bei 70 Prozent Auslastung“, sagt die Sprecherin des Vivantes-Konzerns, Mischa Moriceau. Die Vivantes-Kliniken kehrten sehr vorsichtig zum Normalbetrieb zurück. Die Aufnahme von Patienten, bei denen eine geplante Operation durchgeführt werden soll, erfolgt aber weiter nur unter besonderen Voraussetzungen. So benötigen diese Patienten einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden alt sein darf. „Die Vivantes-Klinikstandorte arbeiten zur Zeit an Konzepten, wie unter den genannten Einschränkungen eine vorsichtige Wiederaufnahme der geplanten Krankenhausbereiche umgesetzt werden kann“, sagte Moriceau. Notfälle sind von diesen Voraussetzungen ausgenommen.

Die Krankenhausgesellschaft vertritt 60 Häuser in Berlin

Die Berliner Krankenhausgesellschaft ist die Vereinigung der Träger von Krankenhäusern und stationärer Pflegeeinrichtungen sowie ihrer Spitzenverbände im Land Berlin. Sie stellt den Verbund von derzeit 60 Krankenhäusern und 46 stationären Pflegeeinrichtungen in der Stadt dar. In den Berliner Krankenhäusern werden jährlich 850.000 Patienten behandelt. Das Finanzvolumen der Häuser beträgt 3,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Mit dem Leuchtturm-Klinikum Charité und anderen Forschungseinrichtungen der Gesundheitsbranche zählt Berlin mittlerweile europaweit zu den führenden Städten der Gesundheitswirtschaft.