Justiz

Clan-Milieu: Arafat A.-C. wegen Körperverletzung verurteilt

Laut Gericht drückte der 44-Jährige einem Hausmeister seine Finger in die Augen. Verteidiger deutet Revision an.

Berlin. Arafat A.-C. wollte zur Physiotherapie und ärgerte sich, dass der Hausmeister ihn beim Betreten des Gebäudes nicht grüßte. Er geriet in Streit. Dann drückte er dem Mann seine Finger in die Augen und versetzte ihm einen Kopfstoß.

So trug es sich zu am 6. November 2018, jenem Tag, an dem sich Arafat A.-C. der Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung schuldig machte. So sah es jedenfalls das Landgericht. Am Freitag verurteilte es Arafat A.-C. zur Zahlung einer Geldstrafe von 14.850 Euro. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger von A.-C. deutete an, Revision einlegen zu wollen.

Arafat A.-C. gilt als eine der schillerndsten Figuren im Berliner Clan-Milieu. Er war jahrelang Geschäftspartner des Rappers Bushido, mit dem er sich gerne auf dem roten Teppich zeigte. Doch die beiden zerstritten sich und beendeten die Partnerschaft.

Als vorbestraft würde er nicht gelten

Sollte das am Freitag verkündete Urteil Bestand haben, müsste A.-C. nach dem geschäftlichen Zerwürfnis erstmals auch damit leben, wegen einer Straftat für schuldig befunden worden zu sein. Als vorbestraft würde er aber dann auch noch nicht gelten. Denn mit der Verurteilung zur Zahlung von 90 Tagessätzen (á 165 Euro) blieb das Gericht knapp unterhalb der Grenze, ab der ein Eintrag ins Führungszeugnis erfolgt.

Das Amtsgericht hatte A.-C. in erster Instanz sogar zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Der 44-Jährige hatte aber Berufung eingelegt. Das Landgericht milderte das Urteil in zweiter Instanz nun zwar ab. Den Tatbestand wertete der Richter aber ähnlich wie das Amtsgericht.

Zugunsten von A.-C. wertete das Gericht, dass dieser nicht vorbestraft ist und sich bei dem Hausmeister entschuldigt hatte. A.-C. sei aber „sehr aggressiv“ gewesen. Das „Stechen in die Augen“ sei zudem „hochgefährlich“ gewesen.

Verteidiger hatten gefordert, Verfahren einzustellen

Die Verteidiger von A.-C. hatten am Freitag zunächst gefordert, das Verfahren einzustellen. Wenn der Name seines Mandanten nicht so bekannt wäre, „wäre das Verfahren längst eingestellt worden“, sagte Rechtsanwalt Hansgeorg Birkhoff. Der Staatsanwalt lehnte jedoch ab. Die Verteidigung plädierte daraufhin auf eine Geldstrafe auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft forderte dagegen eine Geldstrafe von knapp 25.000 Euro.

Arafat A.-C. wird bald erneut vor Gericht stehen. Die Staatsanwaltschaft erhob nach Justizangaben Anklage gegen ihn und einige seiner Verwandten wegen mehrerer mutmaßlicher Straftaten. Am 17. August soll der Prozess beginnen.