Protest

„Extinction Rebellion“: Wegen Corona keine Straßenblockaden

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Die Aktivisten von „Extinction Rebellion“: Annemarie Botzki (v.l.), Frederike Schmitz und Tino Pfaff bei einer Pressekonferenz am 12. Juni 2020 in Berlin.

Die Aktivisten von „Extinction Rebellion“: Annemarie Botzki (v.l.), Frederike Schmitz und Tino Pfaff bei einer Pressekonferenz am 12. Juni 2020 in Berlin.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

„Extinction Rebellion“ will bis zum 21. Juni mit Aktionen für den Klimaschutz kämpfen - wegen der Pandemie gibt es geänderte Planungen

Mit zivilem Ungehorsam, aber ohne Massenblockaden wollen die Umweltschützer von Extinction Rebellion ihre angekündigten Protestaktionen für mehr Klimaschutz abhalten. Das kündigten Vertreter der Organisation am Freitag in Berlin an. In rund 45 Städten in Deutschland seien bis zum 21. Juni kleinere Aktionen des „zivilen Ungehorsams“ unter dem Titel „Rebellion Wave“ geplant. So wolle man die Öffentlichkeit aufrütteln und Regierung und Wirtschaft unter Druck setzen.

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Extinction Rebellion: Geänderte Planungen wegen Coronavirus

„Wir stehen kurz vor dem Abgrund. Wir brauchen eine Neuausrichtung der Politik und ein klares Bekenntnis zum Wandel“, sagte die Sprecherin Annemarie Botzki mit Blick auf den Klimawandel. Als Beispiel für Städte, in denen Proteste geplant seien, nannte sie Berlin, Hamburg, München, Dresden, Leipzig und Göttingen. Wegen der Corona-Pandemie habe man allerdings die eigentlich für Mai vorgesehenen Planungen geändert. „Es wird diesmal keine Straßenblockaden mit Tausenden Menschen geben.“

Ein Motto laute aber trotzdem: „Wir blockieren die Blockierer“, sagte Botzki. Neben offiziell angemeldeten Demonstrationen werde es auch nicht angemeldete Proteste, über die man derzeit noch nichts verraten wolle, geben. Sprecher Tino Pfaff sagte: „Wir lassen uns selber überraschen.“ Statt großer Blockaden könnten sich auch „10 oder 20 Leute irgendwo festketten“. Ziele seien die Politik, die Konzerne und die Wirtschaftslobby. Im Internet soll es begleitend eine „digitale Rebellion“ geben, an der sich jeder beteiligen könne.

24-Stunden-Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium

Am Montag ab 10.00 Uhr will Extinction Rebellion eine 24-Stunden-Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin abhalten. Zwei Demonstrationszüge sollen sich dorthin bewegen. Dann gibt es Reden und Aufführungen. Auch in Nordrhein-Westfalen soll es an dem Tag Proteste geben. Am Samstag nächster Woche (20.6.) sind dann Demonstrationen auf dem Wasser angekündigt. An vielen Stellen auf der Spree in Berlin und auf Kanälen werde man dann Boote sehen, hieß es.

Bereits am Donnerstag hatten Mitglieder von Extinction Rebellion das Wasser der Spree im Berliner Regierungsviertel und in Zerre in der Lausitz sowie die Rur im nordrhein-westfälischen Düren grün gefärbt. Das sollte ein Zeichen gegen die Verschmutzung von Flüssen durch den Kohleabbau sein.

Extinction Rebellion trat zuletzt immer wieder mit aufsehenerregenden Aktionen in Erscheinung. In Berlin hatten sich Anfang Oktober 2019 mehrere Tausend Menschen an einer Aktionswoche mit sogenannten Flashmobs, Fahrraddemonstrationen und Brücken- und Straßenblockaden beteiligt.

"Extinction Rebellion": Die Proteste in Berlin von 2019 in Bildern

( dpa )