Umwelt-Aktion

Spree giftgrün gefärbt: Umweltschützer protestieren

Aktivisten von Extinction Rebellion haben am Donnerstagmorgen die Spree giftgrün gefärbt, um gegen Wasserverschmutzung zu protestieren.

Berlin. Umweltschützer von Extinction Rebellion (XR) haben Teile der Spree im Regierungsviertel mit dem Farbstoff Uranin giftgrün gefärbt, um gegen Wasserverschmutzung durch Kohleabbau zu protestieren.

Am Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr wurde die Polizei ins Regierungsviertel alarmiert. Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei entnahmen Proben aus der Spree, auch die Feuerwehr kam zum Einsatzort. Es wurde eine Anzeige wegen Verdachts auf Wasserverunreinigung aufgenommen. Festnahmen gab es keine, so ein Polizeisprecher gegenüber der Berliner Morgenpost. Das Umweltkommissariat ermittelt.

Wie Extinciton Rebellion mitteilte, soll die Aktion "Kohle vergiftet" auf die weitreichenden Schäden der Kohleförderung für Mensch und Umwelt aufmerksam machen. Neben dem Wasser der Spree im Regierungsviertel wurde auch Wasser der Spree in Zerre (Lausitz) und Wasser der Ruhr im nordrhein-westfälischen Düren gefärbt. Die Flüsse stehen laut Extinction Rebellion beispielhaft für eine Vielzahl an Gewässern, die durch die Kohlegewinnung verseucht wurden und werden.

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Extinction Rebellion: Menschen sollen das Signal sehen und sich informieren

„Die Hoffnung ist, dass Leute das sehen und sich informieren“, sagte Extinction Rebellion-Sprecherin Clara Dilger. Uranin sei ein toxikologisch unbedenklicher Farbstoff, der von Wasser- und Abwasserbehörden zur Gewässermarkierung eingesetzt werde, stellten die Aktivisten klar.

Die Gruppe veröffentlichte Fotos von der Aktion auf Twitter.

"Die Spree ist gift-grün - von der schwarzen Pumpe bis nach #Berlin! Und nicht nur im Osten, auch im Westen belastet die Gier nach Kohle unser Trinkwasser!", twitterte die Gruppe.

Extinction Rebellion rief auch schon zu Flashmobs und Fahrraddemos auf

Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion trat zuletzt immer wieder mit aufsehenerregenden Aktionen in Erscheinung. In Potsdam waren im April verschiedene Statuen mit Protestplakaten für den Klimaschutz geschmückt worden. Die Aktivisten fordern unter anderem, dass die Corona-Hilfsgelder für die Wirtschaft nicht bedingungslos verteilt werden sollten. Finanzhilfen für Unternehmen müssten stattdessen auch an Bedingungen zu Klimaneutralität geknüpft werden.

In Berlin hatten sich Anfang Oktober mehrere Tausend Menschen an einer Aktionswoche von Extinction Rebellion beteiligt. Zu den Strategien der Gruppe gehören Aktionen zivilen Ungehorsams wie Flashmobs, Fahrraddemos sowie Brücken- und Straßenblockaden.

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