Postbank-Studie

Wo Berlin-Pendler von Immobilienkäufen profitieren

Immobilien im Berliner Umland sind günstiger als in der Stadt selbst - besonders in Teltow, Bernau und Falkensee.

Für Pendler lohnt sich der Kauf einer Immobilie rund um Berlin unterschiedlich lange.

Für Pendler lohnt sich der Kauf einer Immobilie rund um Berlin unterschiedlich lange.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Berlin. Ein günstigerer Immobilienkauf außerhalb Berlins rechnet sich für Arbeitnehmer, die in der Hauptstadt tätig sind, unterschiedlich lange. Das geht aus einer neuen Erhebung des Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) für die Postbank hervor. Demnach ist der Preisvorteil einer günstigen Immobilie im Speckgürtel oftmals schon nach wenigen Jahren aufgebraucht, wenn Zeit und Kosten für das Pendeln zum Arbeitsplatz in Berlin gegengerechnet werden. Laut einer Modellrechnung des HWWI schneiden rund um Berlin die Wohnorte Teltow, Bernau und Falkensee am besten ab.

In der Modellrechnung wird der Kauf einer durchschnittlich teuren 70 Quadratmeter großen Wohnung in Berlin mit dem Erwerb einer gleich großen Wohnung im Umland verglichen. In Berlin kosteten Eigentumswohnungen aus dem Bestand im vergangenen Jahr pro Quadratmeter im Schnitt gut 4600 Euro.

In den Umlandkreisen lagen die Durchschnittspreise mit Ausnahme der Stadt Potsdam noch mindestens rund 2000 Euro darunter. In die Auswertung floss dabei die Distanz vom Bahnhof oder der Ortsmitte der jeweiligen Stadt zum Berliner Hauptbahnhof ein.

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Pendler aus Teltow profitieren den Zahlen zufolge am längsten vom günstigeren Wohnungskauf: Der Kaufpreisvorteil ist bei täglicher Fahrt mit Bus und Bahn zur Arbeit erst nach gut 42 Jahren aufgebraucht, bei der Fahrt mit dem Auto reduziert sich die Zeitspanne auf gut 19 Jahre. Auch in Bernau dürfen sich Bus- und Bahnfahrer über eine Ersparnis freuen, von der sie laut Modellrechnung rund 40 Jahre profitieren.

Autofahrer zehren den Kostenvorteil bereits nach knapp 16 Jahren auf. Auf Platz drei der besten Standorte für Pendler im Berliner Umland schafft es Falkensee. Bus- und Bahnfahrer haben das gesparte Kapital rechnerisch nach rund 38 Jahren verbraucht, Autopendler nach 17 Jahren.

Studie: Zumeist lange Wege aus dem Umland in die Stadt

Teltow, Bernau und Falkensee liegen vor allem dank sehr guter Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorn. Von Teltow ist die Strecke in die Stadt noch am kürzesten: Die 19 Kilometer sind mit dem Zug in 17 Minuten zu schaffen. Für die 28 Kilometer aus Bernau wie auch die 22 Kilometer aus Falkensee benötigen Pendler per Bahn 20 Minuten.

Mit dem Auto sind sie überall deutlich länger unterwegs. Im Umland sei das allerdings eher die Ausnahme, so die Autoren. Wer sich hier für ein Berufsleben als Pendler entscheidet, sollte sich der zumeist langen Wege aus dem Speckgürtel bewusst sein: Nur sieben der 33 untersuchten Städte und Gemeinden würden bei Bus- und Bahnzeiten von unter 30 Minuten pro Strecke liegen. Autofahrer seien lediglich aus Teltow und Schönefeld in weniger als einer halben Stunde am Ziel. Eine Stunde und mehr am Steuer seien keine Seltenheit.