Ausstellung in Steglitz

Mit Helikopter und Kamera über Islands Weiten

In den Räumen der Buchhandlung Primobuch in Steglitz zeigt Christine Pöttker ihre fotografischen Arbeiten.

Zu sehen sind die Arbeiten der Künstlerin Christine Pöttker in Steglitz an der Herderstraße 24.

Zu sehen sind die Arbeiten der Künstlerin Christine Pöttker in Steglitz an der Herderstraße 24.

Foto: Christine Poettker / Christine Pöttker

Berlin.  Sie sehen aus wie gemalt, und doch sind es Fotografien. Fünf Stunden dauerte der Rundflug über den Süden von Island, auf dem die Steglitzerin Christine Pöttker 500 Bilder machte. 80 davon kamen in die engere Wahl, 30 großformatige Fotografien werden in der Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ in der Buchhandlung Primobuch an der Herderstraße 24 gezeigt. Die Ausstellung ist jetzt nicht nur online sondern bis zum 11. Juli auch wieder vor Ort von Montag bis Sonnabend, 11 bis 18 Uhr, zu sehen. Die Fotokünstlerin ist von 11 bis 13 Uhr und dann wieder ab 14.30 Uhr täglich vor Ort und führt gern durch die Ausstellung. Seit 2016 ist Christine Pöttker Mitglied in der Vereinigung „Kunst.Raum.Steglitz“, in der Kunst- und Kulturschaffende aus dem Bezirk seit mehr als fünf Jahren vernetzt sind und Ausstellungen organisieren.

Fasziniert von der Weite und Einsamkeit

Seit ihrer ersten Reise im Jahr 1999 ist Christine Pöttker von Island begeistert. „Mich faszinieren die ungewöhnlichen Landschaften, die Weite und Einsamkeit, aber auch das Klima und die schnelle Änderung der Lichtverhältnisse“, sagt die 67-Jährige, die als Medienreferentin in der Landesbildstelle gearbeitet hat und jetzt im Ruhestand ist. Nach drei weiteren Reisen fing die Künstlerin an, das Abenteuer zu planen. Sie wollte einen Rundflug mit dem Helikopter über Island machen und fand einen Pilot aus Lichtenstein, der bereit war, mit ihr einen Routenplan auszuarbeiten. Am 9. September 2019 war es soweit: Fünf Tage hatten sich der Pilot und die Fotografin Zeit gegeben, um auf das richtige Wetter zu warten. „Vier Tage davon hat es geregnet“, erinnert sich Christine Pöttker. Am letzten Tag endlich Sonnenschein. Sie stiegen in die Luft, mit geöffneten Helikopter-Türen. Sie habe früher Flugangst gehabt, erzählt die Steglitzerin. Doch seit ihren Islandreisen ist das vorbei.

Fotos von Bergen, Kratern und Flussläufen

Aus der offenen Tür heraus fotografierte sie fünf Stunden lang Berge, Krater, Flussläufe. „Wir hatten ein fantastisches Fotolicht“, sagt die Künstlerin. Sonne, schwarze Wolken, Regenbogen. Die Fotos hat sie im Nachhinein nur minimal bearbeitet – etwas aufgehellt, oder den Kontrast verschärft. Flussläufe sehen auf den Fotos aus, wie ein abstraktes und mit Pinsel gemaltes Bild, Berge widerspiegeln sämtliche Farbschattierungen. Nach der Ausstellung plant Christine Pöttker schon die nächste Aktion. Sie will im März 2021 eine Eishöhlentour auf Island machen. Im Herbst 2021 könnten ihre Fotografien wieder in einer Ausstellung in Primobuch zu sehen sein.