Bildung

Deutsche-Bahn-Stiftung spendet Laptops für bedürftige Kinder

Die Deutsche Bahn Stiftung spendet an soziale Einrichtungen. Arche-Gründer Bern Siggelkow kritisiert die ungleichen Bildungschancen.

Deutsche Bahn-Chef Richard Lutz (links) überreicht die Laptops an Arche-Gründer Bernd Siggelkow.

Deutsche Bahn-Chef Richard Lutz (links) überreicht die Laptops an Arche-Gründer Bernd Siggelkow.

Foto: Pablo Castagnola / Deutsche Bahn Stiftung

Die Deutsche Bahn Stiftung unterstützt soziale Einrichtungen in Deutschland mit technischer Ausstattung: 110 Laptops und 40 000 Euro spendet die Stiftung an das Kinder-und Jugendhaus Bolle, den deutsch-syrischen Hilfsverein Back on Track e.V. und das Christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“. „Von heute auf morgen wurde das Lernen von der Schule in die eigene Küche verlegt“, sagt Bahnchef Richard Lutz. Teilhaben am Unterricht könne nur, wer die passende digitale Ausstattung besitze. „Bildung darf nicht von finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen.“

Den größten Anteil der Spenden erhält „Die Arche“. Das Hilfswerk wurde 1995 von dem evangelischen Pastor Bernd Siggelkow in Hellersdorf gegründet und zählt heute über 50 Kinder- und Jugendeinrichtungen in Deutschland, Polen und der Schweiz. Am Gründungsort in Hellersdorf nahm Siggelkow nun die Spenden entgegen, die bundesweit verteilt werden. Technisch seien die Familien höchst unterschiedlich ausgestattet, sagt er. „In den ersten Wochen der Corona-Pandemie haben wir zunächst 150 gebrauchte Smartphones besorgt, um die Kinder und Jugendliche mit ihren Lehren verbinden zu können.“

Die Kinder kehren zeitweise an die Schulen zurück

Zwar kehren momentan bereits Schüler zeitweise an die Schulen zurück. Das Thema Homeschooling werde die Schulen jedoch noch länger begleiten, glaubt Hella Schmidt-Naschke, Geschäftsführerin der Deutsche Bahn Stiftung. „Es geht uns auch darum, dass Kinder aus bildungsferneren Schichten digitale Kompetenzen erwerben“, sagt sie.

Auf die Umstellung aufs Online-Angebot hat die Arche schnell reagiert. Mit den betreuten Familien sei man täglich in Kontakt, zudem gebe es jeden Tag online Aufgaben zu lösen. Auch die Hausaufgabenbetreuung finde nun großteils digital statt. Seit der Öffnung der Einrichtung in der letzten Woche können lediglich rund 30 Kinder und Jugendliche täglich das Haus in der Tangermünder Straße besuchen. Eigentlich betreut das Hilfswerk jedoch rund 250 Familien.

Gesehen hat Siggelkow die meisten Kinder und Jugendlichen trotzdem in den letzten Wochen. „Wir liefern weiterhin Essen an bedürftige Familien“, sagt er. Dabei sei es nicht immer leicht, die Abstandsregelungen einzuhalten. Die Kinder seien ihnen bereits im Treppenhaus freudig entgegen gestürmt, um sie zu umarmen. „Da mussten wir dann erklären, dass Körperkontakt gerade nicht möglich ist.“ Viele Kinder hätten diesen jedoch dringend nötig und reagierten oft enttäuscht.

Viele Kinder und Jugendliche sind nur noch drinnen

Nicht nur Mahlzeiten verteilt Siggelkow weiterhin. „Wir haben gerade gar keine Roller oder Fahrräder mehr, die sind alle verteilt“, erklärt er. Die Kinder und Jugendlichen sollten mobil bleiben und sich trotz der Pandemie bewegen. „Vor allem die Jugendlichen sind jedoch nur noch drinnen“, berichtet er. „Einige von ihnen haben in den letzten Wochen über zehn Kilo zugenommen.“

Siggelkow kritisiert die Chancenungleichheit, unter der die Kinder und Jugendlichen aus bildungsschwachen Haushalten leiden. „Manch ein Lehrer hat sich wochenlang nicht bei den Kindern gemeldet, einige Schüler haben bislang überhaupt keine Hausaufgaben gemacht, ohne dass es jemanden gekümmert hat“, sagt er. Die Folgen der Corona-Pandemie werden bei den Schülern noch lange spürbar sein, fürchtet er. „Nach der Krise werden unsere Kinder noch mehr abgehängt sein als zuvor.“