Urlaub

Ein Kurztrip übers Wochenende nach Brasilien

Das Ostseebad bei Schönberg in Schleswig-Holstein ist zu Pfingsten gut besucht, aber nicht ausgebucht

Urlaub in Brasilien geht auch in Corona-Zeiten: Der Ort liegt im Kreis Plön und hat schöne Strände.

Urlaub in Brasilien geht auch in Corona-Zeiten: Der Ort liegt im Kreis Plön und hat schöne Strände.

Foto: Charlotte Bauer

Schönberg.  Eine steife Brise weht durch die Haare, der Himmel strahlt in hellem Blau und die warmen Sonnenstrahlen locken ans Meer: Kerstin Hlawa freut sich, das gute Wetter und das verlängerte Pfingstwochenende für einen Besuch am Strand von Brasilien auszunutzen. „Es ist einer der schönsten Strände, die ich kenne“, sagt die 55-Jährige aus Leipzig.

So wie Hlawa nutzen einige Städter die Feiertage aus, um ans Meer zu fahren. Denn auch wenn Reisen ins Ausland derzeit nicht möglich sind, kann man innerhalb Deutschlands bis an den Strand von Brasilien reisen. Von Berlin bis nach Brasilien an der deutschen Ostseeküste ist es nicht weit – rund 379 Kilometer. Etwa vier Stunden dauert die Fahrt mit dem Auto zu dem Strandbad bei Schönberg im Norden Schleswig-Holsteins und damit nicht viel länger als zu Stränden in Mecklenburg-Vorpommern.

Kerstin Hlawa besucht über die freien Tage Freundin Tanja Rathje (42), die in der Nähe von Brasilien wohnt. Seinen exotischen Name hat der Ort seinem Finder, einen Fischer, zu verdanken. Rund 19 Einwohner leben dort, der Rest sind Touristen. Trotz des sonnigen Wetters sind an diesem Tag vor allem Hundebesitzer unterwegs. Der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) hat ein Konzept erarbeitet, um einer Überlastung der Hotspots entgegenzuwirken. „Orte und Betriebe freuen sich, endlich wieder Gäste begrüßen zu können und geben ihr Bestes, um den Urlaubern auf der einen Seite einen möglichst unbeschwerten Urlaub zu ermöglichen und auf der anderen Seite der Verantwortung für den Gesundheitsschutz von Gästen, Bevölkerung und Mitarbeitern im Tourismus gerecht zu werden“, sagt Stephanie Ladwig, Vorsitzende des TVSH. In Brasilien etwa stehen alle Strandkörbe nun in mindestens 1,5 Meter Entfernung. Die Besucher dürfen diese nicht mehr wie früher nach Belieben verschieben, sondern nur noch lediglich bei Bedarf zur Sonne drehen.

„Ich genieße die Ruhe, um mit den Kindern am Meer zu entspannen“

Urlauberin Vanessa Berkus stört das nicht. Die 39-Jährige aus der Nähe von Frankfurt am Main holt gerade mit ihren beiden Kindern und zwei Hunden ihren wegen Corona ausgefallen Osterurlaub „endlich“ nach. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Familie nach Brasilien gekommen ist, „weil der Strand hier einfach unglaublich schön ist“, so Berkus. Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, fällt hier derzeit nicht schwer. „Ich hätte gedacht, dass hier mehr los sein wird, aber ich genieße die Ruhe, um mit den Kindern am Meer zu entspannen.“

Die Kurverwaltung ist optimistisch, dass schon bald wieder mehr Touristen kommen werden. „Wir merken schon, dass jetzt nach den Lockerungen wieder mehr Buchungen eingehen“, erklärt Mitarbeiterin Rebecca Schönhoff. Vor allem jetzt über das Pfingstwochenende seien viele spontane Buchungen eingegangen. Ausgebucht sei der Ort allerdings nicht. „Ab nächster Woche machen auch die Museen wieder auf und bis dahin kann man viel in der Natur erleben.“

Frischen Fisch gibt es in Brasilien natürlich auch im Meer. Ein paar Angler sitzen auf den Steinmolen. Windsurfer sind auf den Wellen unterwegs. „Heute sind perfekte Bedingungen“, sagt Malte Petersen, der regelmäßig zum Surfen herkommt. „Für mich ist das ein Gefühl der Freiheit“, so der 28-Jährige Kieler. In der Surfschule könne man sich Boards oder auch Tretboote ausleihen und wer will, kann dort auch Stand-Up-Paddeln.

Auch Kerstin Hlawa und Tanja Rathje wollen noch in der Ostsee bei elf Grad Wassertemperatur anbaden. „Das muss einfach sein“, so Hlawa. Doch bevor sie ins Wasser springen, machen sie noch schnell ein Foto vor dem Ortsschild Brasiliens - „als Erinnerung an diesen einmaligen Ort und wunderschönen Tag.“