Corona-Krise

Diese Corona-Lockerungen gelten jetzt in Berlin

Kneipen, Fitness-Studios und Freiluftkinos öffnen in Berlin. Bei Events dürfen sich wieder bis zu 200 Menschen versammeln.

Techno-Demo wird von Polizei aufgelöst

Bei einer Techno-Demonstration in Berlin kamen viel mehr Teilnehmer als erwartet. Auf Schlauchbooten forderten die Menschen finanzielle Hilfen für Clubs und Festivals.

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Berlin. Angesichts geringer Infektionszahlen hat sich der Berliner Senat auf weitere Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie verständigt. Das betrifft unter anderem die Versammlungsfreiheit, Fitnessstudios, Kneipen, Veranstaltungen, Gottesdienste und Kinos. Bedingung für alle Lockerungen ist die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln, wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) deutlich machte. Denn: „Die Pandemie ist nicht vorbei.“

Die Beschlüsse sehen eine weitgehende Rückkehr zum Normalbetrieb bis Ende Juni vor. Demnach können seit dem 2. Juni weitere Geschäfte, Kneipen und Kultureinrichtungen öffnen. Die Lockerungen im Überblick:

  • Fitnessstudios und Sport: Fitnessstudios können seit Dienstag unter Auflagen den Betrieb wieder aufnehmen. Die Duschen bleiben jedoch verschlossen. Um beim Training Distanz halten zu können, soll pro 20 Quadratmeter Fläche nur ein Sportler zugelassen werden. In den Studios gilt ein Sicherheitsabstand von drei Metern. Im Freien und in Sporthallen ist ebenfalls seit dem 2. Juni wieder Sport mit bis zu zwölf Personen möglich. Auch Tanzschulen können wieder öffnen.
  • Kneipen, Bars, Spielbanken und Spielhallen: Ebenfalls seit Dienstag können Kneipen, Bars, Spielbanken und Spielhallen wieder öffnen – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Es besteht auch in Schankwirtschaften, die kein Essen anbieten, ein „Tischzwang“. Beim Verlassen des Platzes, zum Beispiel um auf die Toilette zu gehen, ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wirte dürfen bis 23 Uhr öffnen, eine Stunde länger als bisher.

Kommentar: Corona-Lockerungen: In Berlin bleibt Gesundheit Priorität

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  • Versammlungen: Demonstrationen und Gottesdienste im Freien werden wieder mit unbegrenzter Teilnehmerzahl erlaubt. Das gilt bereits seit Pfingst-Sonnabend. In geschlossenen Räumen soll das zunächst mit bis zu 150 Personen möglich sein – wenn die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Bei Familientreffen wie Trauerfeiern oder Hochzeiten sollen bis zu 50 Gäste erlaubt werden.
  • Veranstaltungen: Nach mehr als zwei Monaten Verbot können kulturelle Events, Messen, Spezialmärkte, Sportveranstaltungen, geschäftliche Meetings oder gewerbliche Freizeitangebote wieder stattfinden. Seit dem 2. Juni sind diese im Freien mit bis zu 200 Teilnehmern möglich, ab 16. Juni dann mit bis zu 500 Teilnehmern und ab 30. Juni mit bis zu 1000 Teilnehmern. Solche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind demnach seit dem 2. Juni mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, ab 30. Juni dann mit bis zu 300 Teilnehmern. Das gilt auch für Amateursportveranstaltungen. Verboten bleiben Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern, um Massenansteckungen mit dem Coronavirus möglichst zu vermeiden.

Corona-Lockerungen in Berlin: Clubs, Diskotheken und Theater bleiben geschlossen

  • Clubs und Diskotheken: Keine Lockerungen sind zunächst für Clubs und Diskotheken geplant, sie müssen weiter geschlossen bleiben – vorerst bis zum 31. August.
  • Theater und Konzerte: Auch Theateraufführungen und Konzerte in geschlossenen Räumen sollen zunächst noch nicht möglich sein. Allerdings werden Konzerte und Aufführungen im Freien wieder erlaubt, ebenfalls mit schrittweise steigender Gästezahl.
  • Kinos: Auch Kinos sollen den Senatsbeschlüssen zufolge wieder aufmachen, allerdings erst ab dem 30. Juni. Das hatten einige Kinobetreiber auch so gefordert, um zunächst die Vorgaben erfüllen zu können. Bei allen Veranstaltungen in Innenräumen sieht die Eindämmungsverordnung des Senats vor, dass die Betreiber für eine ausreichende Lüftung und Desinfektion sorgen müssen. Freiluftkinos dürfen den Betrieb bereits ab 2. Juni ohne Auflagen wieder aufnehmen.
  • Aquarium: Gute Nachrichten gibt es auch für das Aquarium im Berliner Zoo, das ebenfalls seine Pforten für Besucher wieder öffnen darf.
  • Schulen und Kitas: Auch im Bildungsbereich sollen im Juni Lockerungen in Kraft treten. Bis zum 9. Juni soll Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ein Konzept vorlegen, wie Schulen und Kitas deutlich schneller als bislang geplant den Betrieb wieder aufnehmen. Der Sportunterricht fällt hingegen weiter aus.

Kommentar zum Thema: Corona-Lockerungen: In Berlin bleibt Gesundheit Priorität

Corona-Lockerungen in Berlin - Innensenator appelliert

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte, die Eindämmungsverordnung des Senats werde mit dem Hochfahren immer komplizierter. „Wir überlegen, ob wir nächste Mal stärker das beschreiben, was verboten ist.“ Geisel appellierte an die Berliner: „Schützen Sie sich selbst, und schützen Sie andere. Es ist viel möglich, wenn alle vernünftig bleiben.“

Die neue Eindämmungsverordnung gilt bis zum 4. Juli, danach entscheidet der Senat über das weitere Vorgehen. Geisel konkretisierte am Donnerstag auch den Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Beschränkungen – und reagierte damit auf Kritik des Berliner Verfassungsgerichts, das konkretere Vorgaben vom Berliner Gesetzgeber angemahnt hatte.

Bilder der Corona-Krise in Berlin

Was gilt ab wann? Der Berliner Lockerungsfahrplan

  • Seit 28. Mai: Neben Angehörigen zweier Haushalte dürfen sich bis zu fünf Menschen etwa zu Hause oder im Freien treffen - unabhängig von der Frage, ob sie zusammen wohnen oder nicht. An besonderen Familienzusammenkünften wie Trauerfeiern, Taufen oder Hochzeiten dürfen bis zu 50 Menschen teilnehmen.
  • Seit 30. Mai: Die Begrenzung der Teilnehmerzahl für Demonstrationen - zuletzt 100 - entfällt. Auch Open-Air-Gottesdienste sind ohne Limit erlaubt.
  • Seit 2. Juni: Fitnessstudios, Tanzschulen, Schankwirtschaften, Freiluftkinos und Spielhallen dürfen wieder Gäste empfangen. In Sporthallen darf wieder trainiert werden. Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 200 Teilnehmern erlaubt. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 150. Für Gottesdienste in Kirchen, Synagogen oder Moscheen gilt keine Obergrenze mehr. Eine Limitierung der Teilnehmerzahl ergibt sich indes aus Abstands- und Hygienebestimmungen.
  • 16. Juni: Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 500 Teilnehmern möglich.
  • 30. Juni: Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 1000 Teilnehmern erlaubt, Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit bis zu 300 Teilnehmern.

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