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Berliner AfD-Fraktion streitet über Finanzen

Berliner AfD-Abgeordnete entziehen ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer Frank-Christian Hansel wichtige Kompetenzen.

Frank-C. Hansel (re.) gilt als rechte Hand von Georg Pazderski, hier 2017 beim Neujahrsempfang der Industrie-und Handelskammer Berlin.

Frank-C. Hansel (re.) gilt als rechte Hand von Georg Pazderski, hier 2017 beim Neujahrsempfang der Industrie-und Handelskammer Berlin.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Die Mitglieder der AfD-Fraktion des Abgeordnetenhauses sind unzufrieden mit der Leistung ihres Parlamentarischen Geschäftsführers, dem Abgeordneten Frank-Christian Hansel. In ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag stimmte die Fraktion mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme dafür, Hansel die Zuständigkeit für sämtliche Finanz- und Personalangelegenheiten zu entziehen.

Das bestätigten mehrere Teilnehmer der Sitzung der Berliner Morgenpost. Seinen Posten als Parlamentarischen Geschäftsführer behält Hansel. Er ist aber nur für die Organisation der parlamentarischen Abläufe zuständig.

Der Antrag zur Beschneidung von Hansels Kompetenzen war eingebracht worden, nachdem Mitglieder der Fraktion einen aus ihrer Sicht unbefriedigenden und intransparenten Umgang Hansels mit Fraktionsgeldern moniert hatten. Auch ein Wirtschaftsprüfer soll Mängel festgestellt haben. Um den Verdacht einer persönlichen Bereicherung durch Hansel ging es den Informationen zufolge nicht.

Niederlage für Fraktionschef Georg Pazderski

Hansel gilt als Vertreter des für AfD-Verhältnisse gemäßigten Parteiflügels und als rechte Hand von Fraktionschef Georg Pazderski. Die Beschneidung der Kompetenzen seines Vertrauten gilt daher auch als Niederlage für Pazderski. Mit dem Streit zwischen Anhängern des rechten „Flügel“ der AfD und den Unterstützern des von Pazderski ausgegebenen vergleichsweise gemäßigten „Berliner Kurses“ steht die Degradierung Hansels dem Vernehmen nach allerdings nicht im Zusammenhang. Neben der Unzufriedenheit mit Hansel gehe es auch um persönliche Animositäten und machtpolitische Fragen.

Hansel selbst wollte das Thema auf Anfrage nicht kommentieren. Vor seinem Eintritt ins Abgeordnetenhaus bei der Wahl im Herbst 2016 wirkte er als Bundesgeschäftsführer der AfD, anschließend wurde der 56-Jährige Fraktionsgeschäftsführer im Brandenburger Landtag.