Angriff auf ZDF-Team

Staatsanwaltschaft weist Spekulationen über Motiv zurück

„Spiegel TV“ hatte über Verbindung zum Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen berichtet. Dies wies die Staatsanwaltschaft nun zurück.

Berlin.  Nach dem Angriff auf ein Fernsehteam des ZDF am Rande einer sogenannten „Hygiene-Demo“ gegen die Corona-Maßnahmen am 1. Mai dieses Jahres hat die Staatsanwaltschaft Spekulationen über ein mögliches Motiv für den Angriff zurückgewiesen. Reporter der Sendung „Spiegel TV“ hatten zuvor berichtet, dass die Produktionsfirma, die die technische Ausrüstung für das angegriffene ZDF-Team bereitgestellt hatte, dem als Verschwörungstheoretiker bekannten einstigen Radiomoderator Ken Jebsen ein Studio vermietet.

Ein Mitstreiter von Jebsen hatte wiederum am Tag vor dem Angriff auf einem Internet-Kanal verbreitet, dass man „durch Zufall“ erfahren habe, dass bei der „Hygiene-Demo“ ein ZDF-Team unterwegs sein werde.

Laut „Spiegel-TV“ führte offenbar eine Indiskretion in den Reihen der Produktionsfirma dazu, dass das Team von Ken Jebsen von dem Dreh für die „heute-show“ des ZDF erfuhr. Ermittler gingen nun der Frage nach, ob die Angreifer – mutmaßlich Linksradikale – das Fernsehteam gezielt angriffen, weil die Produktionsfirma, die die Ausrüstung für das ZDF-Team bereitstellte, auch mit dem als rechts verorteten Ken Jebsen zusammenarbeite.

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Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, wies dies allerdings als „weit hergeholt“ zurück. „Wir haben keine entsprechenden Erkenntnisse“, sagte Steltner. Die sechs Tatverdächtigen hätten sich bisher nicht geäußert. Die Ermittler würden immer noch Videoaufnahmen und Zeugenaussagen sowie DNA-Spuren auswerten. Das Motiv für den Angriff sei weiterhin unklar.

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